Düren: Streit um fehlendes Wartehäuschen geht weiter

Düren: Streit um fehlendes Wartehäuschen geht weiter

Der Streit um das fehlende Wartehäuschen auf Gleis 23 am Dürener Bahnhof nimmt immer groteskere Züge an: Während die Bahn argumentiert, dass die Rurtalbahn in der Pflicht sei, den Unterstand für ihre Fahrgäste anzubieten, widerspricht der Zweckverband Nahverkehr Rheinland dieser Darstellung.

Zur Vorgeschichte: Seit Jahren müssen sind die Fahrgäste der Rurtalbahn, die ab dem Dürener Bahnhof in Richtung Jülich fahren, dem Wetter schutzlos ausgesetzt. Im Sommer ist das meist unproblematisch, im Winter hingegen macht sich das Fehlen des Wartehäuschens bemerkbar.

Die Rurtalbahn hatte bisher immer argumentiert, dass sie nicht auf fremdem Boden (das Grundstück gehört der DB Netz AG) ein Wartehäuschen einrichten kann. Falsch, sagt jetzt ein Sprecher der Bahn. „Die Rurtalbahn ist der Verkehrsbetreiber und muss auch für die nötige Infrastruktur sorgen. Wir haben den Bahnsteig komplett der Rurtalbahn überlassen. Das ist so, als wenn sie der Eigner wäre. Sie müssten sich nur mit dem Zweckverband und uns ins Benehmen setzen und könnten die Wetterschutzfrage dann eigenständig klären“, so der Bahnpressesprecher.

Beim Zweckverband, in diesem Fall der Nahverkehr Rheinland (NVR), ist man da allerdings ganz anderer Ansicht. Pressesprecher Holger Klein: „Laut Grundbuch ist die DB Netz AG der Besitzer. Die Rurtalbahn ist also faktisch nicht der Besitzer“, und muss, so Klein, auch nicht für die Infrastruktur sorgen. Entsprechende Regelungen gebe es mit der Rurtalbahn auch nicht automatisch durch den Betrieb der Strecke.

Dass sich Rurtalbahn und Deutsche Bahn über die Frage streiten, wer denn nun für einen derartigen Unterstand aufkommen muss, hängt eher damit zusammen, dass beide Seiten um den Ankauf beziehungsweise Verkauf des gesamten Areals ringen.

Die Rurtalbahn will die Grundstücke am nördlichen Teil des Bahnhofs von der Bahn erwerben. Die wiederum will an dieser Stelle kein Geld mehr ausgeben. Auch für die Rurtalbahn lohnt sich die Investition in ein Wartehaus nicht unbedingt, weil ein Umbau des gesamten Areals angedacht ist. Dann soll der Abfahrtspunkt der Rurtalbahn nach Jülich näher an den Bahnhof rücken, das Wartehäuschen wäre damit überflüssig. Allerdings ist der Verkauf noch nicht in trockenen Tüchern und wird wohl auch noch länger dauern, als ursprünglich geplant.

War Rurtalbahn-Geschäftsführer Achim Schmitz noch im Dezember 2014 davon ausgegangen, dass die Maßnahmen im Sommer 2014 über die Bühne gehen könnten, rechnet man beim NVR inzwischen mit einer deutlich längeren Zeitspanne. Holger Klein: „Wir gehen davon aus, dass es Ende 2015 werden wird, bis die Eigentumsangelegenheiten geklärt sind.“ Das würde bedeuten, dass die Fahrgäste der Rurtalbahn noch zwei weitere Winter im Regen stehen müssen.

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