Düren: Streit um Drehscheibe beendet

Düren: Streit um Drehscheibe beendet

Der Monate lange Einsatz von Kurt Klee, Josef Krott und Manfred Klein zum Erhalt der Drehscheibe am Dürener Bahnhof hat sich gelohnt: Die vor sich hin rostende Drehscheibe soll mit dem Segen der Deutschen Bahn instand gesetzt werden — und zwar von den engagierten Männern selbst.

Die Drehscheibe mit einem Durchmesser von 16 Metern ist 1874 mit dem Bahnhof in Betrieb genommen worden. Die Besonderheit heute: Es ist die letzte verbliebene Drehscheibe, die noch direkt an einem Bahnhofsgebäude angelegt worden ist. Deshalb wurde sie mit dem Dürener Bahnhof im Januar 1989 unter Denkmalschutz gestellt.

Pflege- und Erhaltungsmaßnahmen seitens der Bahn hat es allerdings nie gegeben, wie Klee, Krott und Klein monierten. Stattdessen hatte die Bahn sogar vor rund zweieinhalb Jahren noch die Anschlussgleise der Drehscheibe entfernen lassen. Davon, dass die Drehscheibe unter Denkmalschutz steht, wollte man bei der Bahn nichts wissen. Peter Ahrens von der DB Netz AG im August 2012 auf Nachfrage der „DN“: „Die Denkmalverfügung liegt uns im Original vor. Da ist von der Drehscheibe nicht die Rede.“

„Keine Kenntnis“

Ein Irrtum, den die Bahn inzwischen eingesehen hat. „Die Drehscheibe ist ein technisches Denkmal. Wir werden unseren Verpflichtungen, was dieses Denkmal betrifft, nachkommen“, versicherte jetzt Jochen Wilke von der DB Netz AG. Am vergangenen Mittwoch hatte sich die Bahn wie angekündigt mit Vertretern der Stadt Düren getroffen, um das „Problem Drehscheibe“ endgültig aus der Welt zu schaffen. Dass man sich bei der Bahn mit der Bewertung der Drehscheibe über Jahre hinweg so schwer getan hat, erklärt Wilke so: „Aufgrund von Fehlinformationen hatten wir keine Kenntnis über die Unterschutzstellung der Drehscheibe als Denkmal.“

Das, weil zum einen die Aufgabe des Denkmalschutzes von der Bezirksregierung auf die Stadt übertragen worden sei, aber zum anderen vor allem deshalb, weil mit der Privatisierung der Bahn die Zuständigkeiten stets gewechselt hätten. Wie die Bahn nun gedenkt, ihren Verpflichtungen nachzukommen, fasst Wilke in zwei Punkten zusammen: „Wir werden umgehend dafür sorgen, dass der Bewuchs an der Drehscheibe entfernt wird.“

In Eigenregie

Bei den nötigen Instandsetzungsarbeiten — so müssen zum Beispiel morsche Bohlen ausgetauscht und das Drehscheibenwärterhäuschen renoviert werden — setzt die Bahn auf eine ungewöhnliche Lösung. „Herr Klee, Herr Klein und Herr Krott haben uns angeboten, das in Eigenregie umzusetzen“, erklärt Wilke. „Dieses Angebot werden wir gerne annehmen. Wir arbeiten jetzt den entsprechenden Vertrag aus, in dem die Haftungsfragen geklärt werden. Und es muss natürlich auch sichergestellt werden, dass die Drehscheibe fachgerecht instand gesetzt wird.“

Wie das genau funktionieren soll, ist Krott noch nicht ganz klar: „Wir werden uns in den nächsten Wochen mit Vertretern der Bahn zusammensetzen und die Details besprechen. Wichtig ist erst mal, dass die Bahn überhaupt endlich akzeptiert hat, dass die Drehscheibe unter Denkmalschutz steht und sie jetzt wieder in einen vernünftigen Zustand versetzt werden kann.“ Nur das Wie müsse man eben noch klären. Krott, selbst alter Eisenbahner, kann sich da eine Zusammenarbeit mit der Dürener Gesellschaft für Arbeitsförderung vorstellen.