Stolpersteine in Vettweiß sind weiter umstritten

Anwohner sollen gefragt werden : Stolpersteine sind weiter umstritten

In der Sache einig, aber im Weg getrennt – so wirkten die Mitglieder des Vettweißer Sozialausschusses, als es um das Thema Erinnerungskultur ging. Die Taten der NS-Zeit sollen nicht in Vergessenheit geraten, die Stolpersteine bleiben aber umstritten.

Die SPD möchte – aufbauend auf der Vorarbeit einer Jugendgruppe mit dem Jugendbeauftragten Harald Krug – weitere Stolpersteine im Hauptort verlegen lassen. Diese Jugendgruppe gibt es mittlerweile nicht mehr, aber ihr Engagement lobte Jürgen Ruskowski als „glanzvoll und hervorragend“.

„Das Ergebnis ihrer Arbeit hat einiges an Geschichtsbewusstsein ausgelöst“, meinte er. Deshalb solle es nicht weggeschoben werden. Wie in der Stadt Viersen bereits umgesetzt, schlug die SPD vor, das Vetorecht von Anwohnern gegen die Verlegung von Stolpersteinen abzuschaffen, da diese im öffentlichen Raum verlegt würden. Dieser Vorschlag wurde nicht weiter verfolgt.

Patrick Broyer (CDU) dankte der SPD für ihre Bemühungen, sagte aber, dass einige Betroffene ein Problem damit hätten, dass die Namen von Opfern des NS-Regimes in Form der Stolpersteine mit Füßen getreten würden.

Diese Ansicht teilte Reiner von Laufenberg (CDU) nicht. Er sah wie die SPD die Möglichkeit, mit den neuen Anwohnern der entsprechenden Häuser Gespräche zu führen und das Projekt weiter voranzutreiben.

Auf dieses Vorgehen einigten sich die Ausschussmitglieder mit einer Mehrheit von acht zu fünf Stimmen. Auf den Kritikpunkt hin, dass die bisher verlegten Stolpersteine teilweise verschmutzt seien, merkte der Jugendbeauftragte Krug an, dass am 27. Januar eine kreisweite Aktion der Schulen zur Säuberung der Steine geplant sei.

(wel)
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