Düren: Steuer: 20 haben sich in Düren selbst angezeigt

Düren: Steuer: 20 haben sich in Düren selbst angezeigt

Von knapp 70.000 Steuerpflichtigen, die das Arbeitsvolumen des Dürener Finanzamtes ausmachen, haben seit Dezember 2009 einige sich selbst angezeigt. Wegen Steuerhinterziehung.

Von „etwa 20 Selbstanzeigen” spricht Heiner Schoulen, der als Leitender Regierungsdirektor Chef des Finanzamtes ist. Dessen Arbeitsbereich umfasst den Altkreis Düren. Schoulen befürwortete am Donnerstag in einem Gespräch mit den „DN” den Ankauf derartiger, illegal zustande gekommener Datensammlungen durch Bund und Land.

Die Silberlinge enthalten bekanntlich die Namen tausender Steuersünder. Eine Selbstanzeige sei auch jetzt noch das einzig Richtige, so Schoulen. Ob die „etwa 20” auf irgendeiner CD verzeichnet sind, wisse er aber nicht. Der Chef des Finanzamtes geht davon aus, dass weitere Listen bekannt werden, „und vor allem ältere Menschen sind nervös, dass sie einsitzen müssen”. Wer sich selbst anzeigt, geht straffrei aus, muss aber natürlich die Mehrsteuern zahlen sowie die Hinterziehungszinsen. Wieviel Euro durch die Selbstanzeigen in die Kassen des Dürener Finanzamtes gespült werden, vermochte Schoulen nicht zu sagen.

Schoulen, der im Sommer in den Ruhestand wechselt, hat die große Dürener Behörde über zehn Jahre lang geleitet. In Düren arbeiten auf 194 Stellen derzeit 234 Personen. Die Teilzeitquote ist mit 41,5 Prozent recht hoch.

Die knapp 70.000 Steuerpflichtigen (bei etwas über 200.000 Einwohnern) verteilen sich wie folgt: 48.500 sind Arbeitnehmer, 16.600 sind Gewerbetreibende und Freiberufler, 2800 sind Grundstücksgemeinschaften (Erbengemeinschaften) und 1800 sind Körperschaften (GmbH).

Zur hiesigen Finanz- und Wirtschaftslage wurde mitgeteilt, dass in Düren 2009 im Vergleich zu 2008 insgesamt 6,8 Prozent Mehreinnahmen verzeichnet werden konnten. „Wir haben 2009 zum dritten Mal die 600-Millionen-Grenze überschritten, freute sich Schoulen 2009 seien die Einnahmen an Lohnsteuer gegenüber 2008 um 3,7 Prozent gesunken, an Einkommensteuer aber um 31,4 Prozent gestiegen. Einnahmen durch Umsatzsteuer, als wichtiges Kriterium für die Wirtschaftslage, seien 2009 gegenüber 2008 um 18,9 Prozent gestiegen. „Und auch, wenn wir Januar/Februar 2009 mit Januar/Februar 2010 vergleichen, so sehen wir wieder ein leichtes Plus.”

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