Düren: Stelldichein der Jazz-Giganten

Düren: Stelldichein der Jazz-Giganten

Zum Abschluss wurde es noch einmal nachdenklich bei den 19. Dürener Jazztagen. Das letzte Konzert von insgesamt 67 Veranstaltungen fand Sonntagabend in der Christuskirche statt, und wohl einer der bekannten Saxofon-Giganten - Courtney Pine aus England - begeisterte die Menschen in dem voll besetzten Gotteshaus.

Pine beherrscht sein Instrument wie kaum ein anderer und entlockte seinem „Sax” Klänge, die manchmal fremd, immer jedoch ungeheuer faszinierend waren. Dabei bestach der Brite durch eine brillante Technik und eine ungeheure Freude an seiner Musik. Ein krönender Abschluss der Jazztage!

„Unser Konzept ist wieder aufgegangen”, freute sich denn auch am Sonntag der Vorsitzende des Dürener Jazzclubs Rolf Delhougne, der mit dem Verlauf der 19. Jazztage mehr als zufrieden war.

„Bei der Kneipentour am Samstag waren über 10.000 Leute, 30.000 bei der Parade. Wir sind wirklich glücklich.” Es sei der richtige Weg gewesen, so Delhougne, die Zahl der Konzerte in diesem Jahr noch einmal zu erhöhen. Und das übrigens bei einem gleich bleibenden Etat von rund 100.000 Euro.

Der Jazztage-Samstag stand ganz im Zeichen der Kneipentour, zuvor hatten jedoch beim Stadtwerke-Abend auf dem Rathausvorplatz noch die Dürener Band „Upfront Reloaded”, vor allem jedoch Pee Wee Ellis mit seinem Saxofon dem Publikum mächtig eingeheizt.

Heiß ging es dann auch in den Kneipen der Innenstadt zu. Programm-Macher Niko Bellgardt war es gelungen, für die Kneipentour eine gelungene Mischung aus Dürener Bands und weit angereisten Künstler hin zu bekommen.

Vor der Annakirche spielte „I.N.A”, eine junge Band mit der Dürener Sängerin Ina Hagenau, im „Café Extrablatt” war Willy Ketzer mit seinem neuen Projekt „Hammond & Eggs” zu Gange und im „Dada” sorgte die Chicago Jazz- and Blues-Band für mächtig Stimmung.

„Die Jazztage machen einfach Spaß”, meinte denn auch Wolfgang Weides (32) aus Niederzier. „Man weiß irgendwie gar nicht, wo man zuerst hingehen soll. Das kann in New Orleans auch nicht besser sein.”

Auch der aus Liverpool stammende Pianist Bernie Fawcett, der unter anderem einen Jazzfrühschoppen bestritt, war begeistertet. „Es ist großartig”, schwärmte der Mann mit dem weißen Hut und dem Hawaiihemd. „Das habe ich mir so nicht vorgestellt. Hoffentlich werde ich nächstes Jahr wieder eingeladen.”

Viel Applaus erntete am Sonntag auch die dritte Jazzparade mit rund 300 Teilnehmern, sieben Wagen und 17 Bands, an der übrigens auch NRW-Innenminister Dr. Ingo Wolff mit seinem Oldtimer teilnahm. Das Wetter spielte mit, die Menschen waren bester Laune, dem taten auch kleinere Lücken in der Parade keinen Abbruch. „Das Jubiläumsjahr kann kommen”, so Rolf Delhougne. „Und dann werden wir uns um eine noch bessere Qualität bemühen.”

Delhougne träumt von einem hochkarätigeren Top Act am Freitag Abend. „Ich wünsche mir noch mal die niederländische Saxofonistin Candy Dulfer. Die ist nicht nur eine tolle Musikerin, die sieht auch super aus.”