Düren: Städtischer Wohnraum für Fledermäuse

Düren: Städtischer Wohnraum für Fledermäuse

„Da sollen die rein fliegen?” Ungläubig schauen sich die Schüler der Katholischen Grundschule St. Michael in Lendersdorf die vormontierten Holzkästen an, die ihnen Nationalpark Eifel-Botschafter Rudolf Niehaus mitgebracht hat - und suchen nach einem größeren Eingang.

Doch eine andere Öffnung gibt es nicht. Nur ein gerade mal 2,5 Zentimeter hoher Spalt führt in das etwa DIN-A4 große Innere des Kastens.

„Ganz schön eng. Aber mehr Platz brauchen und wollen die Fledermäuse gar nicht. Hier können sie sich sicher fühlen”, erklärt Niehaus. Im städtischen Lebensraum suchen sich die fliegenden Säugetiere normalerweise schmale Spalten in Verkleidungen, Mauerwerk und Dachstühlen als Sommerquartier aus. Doch solche Unterschlüpfe für Fledermäuse gibt es auch in Düren immer seltener, bedauert Niehaus.

Er wünscht sich, mehr Hausbesitzer würden bei der Renovierung ihrer alten Häuser auch an einen Lebensraum für die Fledermäuse denken. Schließlich seien die nachtaktiven Tiere „nicht nur klein und vampirähnlich, sondern auch sehr nützlich” - besonders im Sommer, wenn die Stechmücken wieder unterwegs sind.

Bis zu 1000 dieser Plagegeister kann eine einzige Fledermaus täglich fangen. Während die Grundschüler die letzten Schrauben an den 22 vom Dürener Service Betrieb zur Verfügung gestellten Fledermaus-Kästen befestigten, erfuhren sie von Niehaus viel Wissenswertes über die heimischen Flugtiere, von denen es rund ein Dutzend Arten im Kreis Düren gibt.

„Wir möchten schon die Jüngsten für Themen des Naturschutzes sensibilisieren und so die Basis für einen nachhaltigen Arten- und Umweltschutz in der Zukunft schaffen”, so Niehaus. Dabei sei es wichtig, dass die Kinder praktische Erfahrungen sammeln und die Natur und ökologischen Probleme nicht nur in der Theorie kennenlernen.

Die Fledermaus-Kästen werden von der Schule verlost und dürfen dann von den Kindern mit nach Hause genommen werden.

Aktionen wie der Fledermaus-Tag in der KGS Lendersdorf seien nur ein kleiner Baustein des neuen umweltpädagogischen Gesamtkonzepts, das sich zukünftig als „grüner Faden” durch ganz Düren ziehen soll, so Niehaus. „Wir fangen klein an, aber es wächst.”

Mit einer Stadtgärtnerei als Umweltzentrum, Rur und Wald direkt vor der Tür und entsprechenden Kooperationspartnern könne man zukünftig „Umweltbildung auf sehr hohem Niveau” betreiben, ist sich Niehaus sicher - und dabei den Lebensraum von Tier und Mensch nachhaltig verbessern.