Düren: Stadtwerke weisen 2017 einen Gewinn von 5,4 Millionen Euro aus

Düren : Stadtwerke weisen 2017 einen Gewinn von 5,4 Millionen Euro aus

Die Stadtwerke Düren haben 2017 einen Gewinn von 5,4 Millionen Euro erwirtschaftet. Die Hälfte fließt in die Kasse der Stadt Düren, die 2014 ihren Anteil an den Stadtwerken für rund 28 Millionen Euro auf 50,1 Prozent verdoppelt hat. Dazu kommen Steuern und Konzessionsabgaben — insgesamt 8,2 Millionen Euro.

Mit 5,4 Millionen liegt der Überschuss zwar erneut 500.000 Euro unter dem Vorjahr (2016: 5,9 Millionen, 2015: 6,5 Millionen), das sei aber in erster Linie Investitionen in neue Geschäftsfelder geschuldet, betonte SWD-Geschäftsführer Heinrich Klocke am Freitag. Angesichts von branchenweit ungewöhnlichen Kundenzuwächsen im privaten Strom- und Gasmarkt könnte sich das Unternehmen auch zurücklehnen.

Die SWD-Geschäftsführung kann auf einen stabilen Gewinn 2017 blicken und arbeitet weiter an der lokalen Umsetzung der Energiewende. Foto: Abels

Das aber entspricht nicht der Philosophie, die Klocke und seine Kollegen in der Geschäftsführung verfolgen. „Wir wollen die Energiewende für die Menschen vor Ort gestalten“, betonte Klocke. Will heißen: Die Stadtwerke wollen sich vom klassischen Energie- und Wasserversorger auch mit digitalen Angeboten zu einem „Rundum-Versorger“ weiterentwickeln, der Lösungen in allen Energiefragen anbietet.

Dabei wollen die SWD auch ganz neue Geschäftsfelder erschließen, beispielsweise in den städtischen Gewerbegebieten hochleistungsfähige Glasfaseranschlüsse bis zum Kunden verlegen, die zunächst Datenübertragungen bis zu einem Gigabit pro Sekunde ermöglichen. Allein hier wird die SWD-Tochter Leitungspartner bis 2021 einen mittleren einstelligen Millionenbetrag investieren, kündigte Cord Meyer an.

Wachsen wollen die SWD auch im Bereich Photovoltaik (PV). Hausbesitzer können mit Hilfe eines Beraters oder auch selbst im Internet eine Anlage zur privaten Stromversorgung planen, und die SWD kümmern sich dann um die Umsetzung des Projekts. Auch Pachtlösungen seien hier denkbar, so dass die Investitionskosten für den Kunden entfallen, betonte Heinrich Klocke. Die ersten 22 Hausbesitzer haben 2017 die SWD bereits beauftragt — bei steigender Tendenz, erklärte Vertriebsleiter Ingo Vosen.

Pilotprojekt

In Niederau haben die SWD ein Pilotprojekt gestartet. Dort entsteht derzeit ein „Energiewendehaus“, in dem künftig 15 Mietparteien mit Strom aus der hauseigenen PV-Anlage versorgt werden und deren Wärmebedarf über CO2-neutral arbeitende Wärmepumpen gedeckt werden soll.

Auch in puncto E-Mobilität haben die SWD die nächsten Schritte im Visier. „Wir möchten zum einen die Infrastruktur über verschiedene Lademöglichkeiten anbieten, zum anderen möchten wir Komplettanbieter werden“, kündigte Klocke an. Hier der Bau von neuen Ladesäulen im Stadtgebiet, dort ein Flottenmanagement für Firmen, die Elektroautos auch bei den SWD anmieten können.

Einen weiteren Schwerpunkt sehen die SWD in effizienten Quartierslösungen der Energieversorgung. Ein Beispiel ist das Bismarck-Quartier, das die SWD in Zukunft wie auch die neue Kita an der Marienstraße vom Kreishaus aus mit Nahwärme aus einem Blockheizkraftwerk versorgen werden.

„Wir verstehen uns aber auch als Lösungspartner für komplexe Energiekonzepte in der Industrie“, betonte Klocke: Beispiel sei die Abdeckung des erhöhten Strom- und Gasbedarfs im Zuge des Neubaus der Papiermaschine bei Schoellershammer.