Düren: Stadtwerke Düren: Ein Kampf um Leistung und Qualität

Düren: Stadtwerke Düren: Ein Kampf um Leistung und Qualität

Wollte man kurz und knapp eine Zustandsbeschreibung der Dürener Stadtwerke abgeben, würde man Geschäftsführer Heinrich Klocke vermutlich einfach nur den Satz „Uns geht‘s gut“ in den Mund legen.

Klocke drückt das bei der Bilanzpressekonferenz für das Jahr 2013 natürlich mit Zahlen aus: 5,9 Millionen Euro Gewinn bei einem Umsatz von 129,6 Millionen Euro. Mit sechs Millionen Euro Gewinn sei man „hochzufrieden“ sagt Klocke. Dabei waren die Zahlen mal deutlich besser. 2011 lag der Umsatz noch bei 153,1 Millionen Euro und der Gewinn bei 7,8 Millionen. „Die Energiewirtschaft befindet sich extrem im Umbruch. Die Energiewende verändert den Markt radikal“, erklärt Klocke. Ein ganz anderer Punkt: Allein beim Thema Strom müssen sich die Stadtwerke mit 100 Mitbewerbern auseinandersetzen, beim Gas sind es immerhin noch 60 Konkurrenten. Vertriebsleiter Ingo Vosen: „Das ist ein Kampf um Leistung, Qualität und Kundenzufriedenheit.“

Setzen auf Qualität und Kundenzufriedenheit: Vertriebsleiter Ingo Vosen, der kaufmännische Leiter Andreas Ohmayer, SWD-Geschäftsführer Heinrich Klocke und Cord Meyer von der Leitungspartner GmbH (von links). Foto: Burkhard Giesen

Ein Wettkampf, bei dem die Stadtwerke so schlecht allerdings nicht dastehen: Der Marktanteil liegt bei 80 Prozent, der Geschäftskundenbereich wächst. Schwieriger ist der Privatkundenbereich, in dem die Kundenbilanz noch nicht ausgeglichen ist, wie Vosen eingesteht. Das ist mit ein Grund, warum die Stadtwerke die Kundenzufriedenheit weiter stärken wollen, um auch im Privatkundenbereich wieder mehr Geld verdienen zu können.

Wie leicht beeinflussbar und damit unvorhersehbar die Umsatzzahlen sind, macht ein anderer Umstand deutlich: Der klirrend kalte Winter Anfang 2013 sorgte für ein Umsatzplus beim Gasverbrauch von fast 19 Prozent. Das bedeutet umgekehrt, dass sich auch der vergleichsweise warmen Winter 2013/14 auswirken wird. Heinrich Klocke: „Das Betriebsergebnis in 2014 wird niedriger ausfallen. Bei den Gasverbräuchen liegen wir derzeit 35 Prozent unter dem Vorjahreswert.“

Die Gewinnausschüttung an die Stadt wird das vermutlich allerdings nicht treffen. Neben fünf Millionen Euro Konzessionsabgabe und 1,4 Millionen Steuern erhält sie in diesem Jahr gemäß der Anteile 1,5 Millionen vom Gewinn. Im kommenden Jahr wird dann die Aufstockung der Gesellschaftsanteile auf knapp über 50 Prozent greifen, so dass der Stadt dann auch die Hälfte der Gewinne zusteht.

Der Rückgang bei den Umsätzen und beim Gewinn täuscht allerdings darüber hinweg, dass die Stadtwerke nach wie vor auf einem überaus hohen Niveau investieren: 7,1 Millionen Euro wurden so zum Beispiel in 2013 in die Infrastruktur gesteckt, aber auch in Projekte für erneuerbare Energien wie Windparkanlagen. Heinrich Klocke: „Wir investieren langfristig in die Zukunft des Unternehmens.“ Und in die lokale Energiewende. Klocke: „Wir sehen uns als Energieversorger in der Rolle, die Energiewende auch lokal voranzutreiben.“ In 2014 werden diese Zahlen noch mal deutlich höher ausfallen: „Deutlich über zehn Millionen Euro“ werde man investieren, so Klocke, und nennt als Beispiel die neuen Heizblockkraftwerke für Rathaus, Sparkasse und Krankenhäuser, vor allem aber das Engagement am Umsiedlungsstandort Morschenich, wo die mit Holzpellets betriebene Wärmeversorgungsanlage bereits Ende Oktober in Betrieb gehen kann. Gemeinsam mit Partnern sorgen die Stadtwerke hier — wie auch in Dürener Ortsteilen — für den Ausbau der Glasfasernetze.

Noch eine weitere Zahl zeigt, dass Umsatz und Gewinn nicht alles erfassen: Die Zahl der Mitarbeiter ist im Jahr 2013 von 264 auf 276 gestiegen. Auch die Zahl der Ausbildungsplätze wurde von 15 auf 18 erhöht. Die Ausgliederung der Tochter Leitungspartner GmbH wurde also nicht genutzt, um still und heimlich Stellen abzubauen —im Gegenteil.

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