Düren: Stadtquartier Eiswiese: Projekt mit Hindernissen startet

Düren : Stadtquartier Eiswiese: Projekt mit Hindernissen startet

Es ist ein Projekt mit Hindernissen und könnte für die Stadt Düren mal eben 2,56 Millionen Euro teurer werden als geplant: das neue Stadtquartier Eiswiese.

23 Ein- bis Vier-Zimmer-Wohnungen für Flüchtlinge werden dort entstehen, ein neues Verwaltungsgebäude für die Arbeiterwohlfahrt, ein zweigruppiger Kindergarten, ein offene Jugendeinrichtung, eine Sozialbetreuungseinrichtung sowie ein Stadtteilbüro — Einrichtungen, die die Awo auch betreiben wird. Die Wohnungen sind zudem so angelegt, dass sie bei Bedarf später auch als betreute Altenwohnungen genutzt werden können.

Im Oktober 2017 sollte der Baustart für das 8,4 Millionen schwere Projekt erfolgen, das mit Mitteln des Landes in Höhe von 2,56 Millionen Euro gefördert wird. Die Awo hat ihren Verwaltungssitz auch rechtzeitig geräumt und ist in die Cornetzhofschule umgezogen. Zum Baustart kam es allerdings nicht, weil die Suche der Stadt nach einem Generalunternehmer erfolglos blieb und zur entsprechenden Ausschreibung kein Angebot abgegeben wurde. Also musste die Stadt umplanen und die Bauleistungen einzeln ausschreiben — teils europaweit, was auch innerhalb der Verwaltung umstritten war.

Das nächste Problem: Die Fördermittel des Landes für das Modellprojekt müssen bis zum 31. Dezember 2019 ausgegeben sein. Trotz intensiver Bemühungen ist der Stadt keine Fristverlängerung gewährt worden. Die Folge: „Bedingt durch die unklare Fördersituation konnte der Rohbauauftrag bisher nicht erteilt werden, um keine unumkehrbaren Fakten zu schaffen“, heißt es in einer Vorlage der Stadtverwaltung. Also musste die Politik entscheiden, die jetzt einstimmig dafür votierte, das Projekt notfalls auch komplett zu finanzieren, sollte die Fertigstellung bis zum 31. Dezember 2019 nicht realisiert werden können. „Natürlich könnte man das Projekt auch komplett umplanen, dann müssten wir allerdings wieder ganz bei Null anfangen. Wir wollen jetzt durchstarten, weil das Vorhaben sinnvoll ist“, warb der Technische Beigeordnete Paul Zündorf in der Ratssitzung am Donnerstag für die Zustimmung aus der Politik.

Tags drauf wurde dann umgehend der Auftrag für die Erstellung des Rohbaus erteilt, so dass die Arbeiten nun zügig starten sollen. Finanziert werden sollen die möglichen Mehrausgaben für die Stadt aus Haushaltstiteln, die nicht mehr in Anspruch genommen werden müssen — wie die bereitgestellten Gelder für den Ankauf eines Gebäudes an der Josef-Schregel-Straße, in dem das Stadtmuseum untergebracht werden sollte.

Ob die Stadt die zusätzlichen Gelder tatsächlich zuschießen muss oder die Fördergelder des Landes behalten kann, wird sich in der nächsten Zeit zeigen. Immerhin sind es bis zum Stichtag noch 17 Monate. Helmut Harperscheidt vom Amt für Gebäudemanagement will den Baufortschritt nun so organisieren, dass die geförderten Projektanteile vorrangig umgesetzt werden sollen. „Sie kennen ja Herrn Harperscheidt. Wenn er jetzt davon ausgeht, dass die Chancen 50:50 stehen, hat er den Ehrgeiz, das auch zu schaffen“, sagte Paul Zündorf im Rat. Dann gäbe es ein Plus von 2,56 Millionen Euro im Haushalt.

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