Düren: Stadtcenter soll „die Dürener in Düren halten”

Düren: Stadtcenter soll „die Dürener in Düren halten”

Da die Großen, hier die Kleinen. Gut gegen Böse, schwach gegen mächtig. Da die Innovativen, hier die Blockierer, die Engagierten gegen die Gemütlichen. „Alles Unfug”, sagt Daniel Böttke, „großer Blödsinn, das hilft uns nicht weiter.” Daniel Böttke, 30, ist Manager des Dürener Stadtcenters. Seit Januar ist er da, er hat „sich sortiert” seitdem und sich einen Blick verschafft auf die Dürener Geschäftswelt.

Einen unverstellten Blick. Das ist möglich, wenn man von außen kommt und die Dinge erst mal auf sich wirken lassen kann. Daniel Böttke hat genau das getan, deshalb hat man ihn auch nicht mit großem Tamtam in der Öffentlichkeit wahrgenommen. Er sagt: „Düren funktioniert nur als Ganzes.” Kein Gegeneinander, nur miteinander geht´s. Wie gesagt, nicht groß gegen klein oder gut gegen böse.

Zunächst aber mal hat Böttke eine ansprechende Note vergeben. „Der Einzelhandel ist breit aufgestellt.” Das Sortiment sei gut, die Fußgängerzone groß, und überhaupt: „Man muss lange suchen, um eine Stadt zu finden, die so agil ist.”

Böttke zählt auf: Mitternachts-Shopping, verkaufsoffene Sonntage, „Düren leuchtet”. „Man muss sich bewegen, sonst wird man bewegt.” Und Düren bewegt sich, sagt der Manager.

Das soll so bleiben. Zum Beispiel im Stadtcenter. Das ist seine Sache, dafür spricht er nun mal. „Wir sind nicht die Bösen”, sagt Böttke, „im Gegenteil. Wir versuchen Dinge anzustoßen, gemeinsam mit anderen.” Siehe „Düren leuchtet”. Die Veranstaltung ist für den 31. Oktober terminiert, derzeit werden Ideen diskutiert, Ende des Monats soll interessierten Einzelhändlern das Konzept vorgestellt werden.

Einkaufen im Jahr 2009. Das ist lange kein Selbstläufer mehr für die Händler. Zusatzangebote sind normal, ein Haus wie das Stadtcenter soll „ein öffentlicher Ort sein”. Das ist es auch, vornehmlich für eine junge Klientel. Die kauft nicht unbedingt rund um die Uhr ein, die ist aber da, trifft sich, klönt, entspannt.

Nicht alle sind auf Rosen gebettet. Daniel Böttke weiß das und sucht deshalb den Kontakt zu Dürener Vereinen. Sport könnte helfen, Basketball. „Wir möchten Jugendlichen Alternativen aufzeigen. Kontinuierlich”, betont der Diplom-Betriebswirt, „kontinuierlich wollen wie Akzente setzen.” Er ist selbst Basketball-Trainer, von daher passt die Idee. Aber bitte, so hoch möchte er das Ganze nicht hängen. Böttke, gebürtiger Dresdner, sagt: „Wenn die Jungen gehen, geht auch irgendwann der Handel.” Also muss man „die Dürener in Düren halten”.

Womit er wieder bei seinem anfänglichen Credo ist: Es geht nur zusammen. Das Stadtcenter befruchte die Innenstadt - und umgekehrt. Also nix: groß gegen klein, gut gegen böse, Böttke kann das nicht hören. Lieber das: „Offen sein, dialogbereit”, schließlich sei doch die ganze City wie ein Stadtcenter: „Halt nur unter freiem Himmel”, sagt Böttke.

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