Stadt will das Bismarck-Denkmal mit einer Texttafel wieder aufstellen

Rückkehr des Bismarck-Denkmals mit Texttafel : Nur wenige Daten oder auch Erläuterungen?

Hotel- und Kongresszentrum im Bismarck-Quartier sind eröffnet, die Arbeiten am angrenzenden Theodor-Heuss-Park nahezu abgeschlossen. Was noch fehlt ist das an den ersten Reichskanzler des Deutschen Reiches erinnernde Denkmal von Otto von Bismarck, das jahrzehntelang seitlich Richtung Park vor der alten Stadthalle in Blickrichtung Bismarckstraße stand.

Unweit des historischen Platzes soll es trotz Kritik aus der Bürgerschaft auch wieder aufgestellt werden, wie die Kulturausschussvorsitzende Verena Schloemer erklärt. Allerdings mit einer Informationstafel. Darauf hatte sich die Politik im vergangenen Juni verständigt.

Was aber soll auf der Tafel stehen? Das Stadt- und Kreisarchiv plädiert für eine minimalistische Ausführung mit den biografischen Daten Bismarcks und dem Hinweis auf den Künstler Joseph Johann Ludwig Uphues, der die 1892 enthüllte Statue im Jahr zuvor geschaffen hatte.

Dass Bismarck ob seiner Politik gegenüber der Katholischen Kirche auch in Düren umstritten war, zeigte sich schon daran, dass die katholische Geistlichkeit und Vertreter des Aachener Regierungspräsidenten der von protestantischen Industriellen initiierten Denkmalaufstellung fernblieben, wie Helmut Krebs vom Stadt- und Kreisarchiv in einer Stellungnahme betont. Bismarcks Wesen und Wirken aber könne nicht in wenige Sätze gefasst werden. „Jeder Versuch dieser Art wäre dazu verurteilt, Geschichtsklitterung zu betreiben, womit die Stadt Düren dann ein allerdings negatives Alleinstellungsmerkmal in puncto Bismarck besäße.“ Denn an keiner der vielen Hundert Bismarckstatuen in Deutschland sei eine sein Wirken erläuternde oder gar erklärende Texttafel angebracht, begründet Krebs den Vorschlag der Verwaltung.

Einen Versuch haben Bernd Hahne und Ludger Dowe vom Dürener Stadtmuseum dennoch unternommen. Sie schlagen vor, die biografischen Angaben noch um politische Kerndaten - preußischer Ministerpräsident/Reichskanzler von bis - zu ergänzen. Auch plädieren sie für die Zusätze: „Einigte Deutschland unter Führung Preußens durch drei Kriege“ und „Infolge seiner antikatholischen Innenpolitik in Düren umstritten“. Zudem würden sie darauf verweisen, dass der ursprüngliche Sockel im Zweiten Weltkrieg zerstört wurde.

Vor der Abstimmung im Kulturausschuss am heutigen Dienstag, 17 Uhr, im Leopold-Hoesch-Museum will sich die Ausschussvorsitzende Verena Schloemer nicht festlegen. „Ich sehe das Thema ziemlich leidenschaftslos, fände die zusätzlichen Hinweise aber auch nicht verkehrt“, erklärt die Fraktionsvorsitzende der Grünen. „Wichtig wäre mir, dass wir eine einmütige Entscheidung treffen.“

(ja)