Stadt Düren verhängt Lkw-Fahrverbot

Euskirchener Straße in Düren: Gut 300 Meter Lkw-Verbot für sauberere Luft

Ein Dieselfahrverbot, wie es Aachen und seit Donnerstag auch Köln und Bonn droht, will die Stadt Düren mit aller Macht verhindern. Seit Donnerstag gilt daher auf der Euskirchener Straße auf einer Länge von gut 300 Metern zwischen Friedrich-Ebert-Platz und Oststraße ein Fahrverbot für Lkw über 3,5 Tonnen.

Brummi-Fahrer in und aus Richtung Euskirchen sollen bestenfalls über die Kölner Landstraße und den ersten Abschnitt der neuen Ostumgehung (B 56n) von und zur A4-Anschlusstelle Merzenich fahren, schlimmstenfalls weichen sie innerstädtisch auf Köln-, Hohenzollern- und Oststraße aus.

Ziel ist es, dass die Stickstoffdioxidmessungen in der engen Häuserschlucht der Euskirchener Straße unter den neuralgischen EU-Grenzwert fallen. Weil der in Düren trotz eines 20-prozentigen Rückgangs immer noch spürbar überschritten wird, hat die Deutsche Umwelthilfe auch gegen den seit Mitte 2014 geltenden Luftreinhalteplan Düren geklagt und ein Dieselfahrverbot gefordert. Das Verwaltungsgericht Aachen will die Klage Anfang des Jahres verhandeln.

Bis dahin will die Stadt mit dem nun verhängten Lkw-Fahrverbot ein weiteres Argument präsentieren, wohl wissend, dass erst die komplette Fertigstellung der Ostumgehung Ende 2020 für eine spürbare Entlastung sorgen wird. Dass das bloße Aufstellen der Durchfahrtsverbotsschilder aber kaum abschreckt, war am Donnerstag gut sichtbar. Daher soll bis Ende November auch auf den außerstädtischen Wegweisern bereits großräumig auf das Verbot hingewiesen werden. Auch die Betreiber aller gängigen Lkw-Navigationsgeräte wurden über die Sperrung informiert, um sie in ihre Systeme einspielen zu können.

Heiner Wingels, Leiter des zuständigen Tiefbauamtes der Stadt, betont aber auch, dass das ganze Verbot nichts bringen werde, wenn Sünder nicht „vor Ort zur Kasse gebeten werden“. Daher fordert er die Polizei auf, die Euskirchener Straße verstärkt in den Fokus zu nehmen. Lkw-Fahrern, die das Durchfahrtsverbot missachten, droht nämlich ein Bußgeld von 75, im Wiederholungsfall 150 Euro. Die Polizei allerdings hat auf Nachfrage erklärt, die Euskirchener Straße wie jede andere behandeln zu wollen. Die Stadt könne aber ja ihrerseits Sünder notieren und zur Anzeige bringen, sagte eine Sprecherin. Eine Aussage, die Wingels mit Kopfschütteln quittiert. Nicht nur, dass die Anzeigen sicherlich mehr Arbeit bei der Polizei verursachen würden, als das direkte Abkassieren der Strafe vor Ort, es müsse doch im Interesse aller sein, ein Fahrverbot in Düren zu verhindern. Wingels appelliert daher auch an Landrat Wolfgang Spelthahn (CDU)als Leiter der Kreispolizeibehörde, für eine Überwachung zu sorgen.

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