Stadt Düren und Sparkasse sprechen über Zukunft des City-Karrees

Gespräche zwischen Sparkasse und Stadt : Kauf des City-Karrees eine weitere Option

Dass das Dürener Rathaus aus allen Nähten platzt, ist nicht neu. Seit längerem wird über den Bau eines Technischen Rathauses in der Nähe des Bahnhofs, südlich der Hauptstrecke Aachen-Köln diskutiert. Nun ist eine neue Möglichkeit hinzugekommen, zusätzliche Büroräume für die Verwaltung zu schaffen. Und dies in unmittelbarer Nähe des Rathauses.

Derzeit laufen Gespräche mit der Sparkasse, in deren Zentrale an der Schenkelstraße Büros zu erwerben. Dies teilte der Erste Beigeordnete der Stadt Düren, Thomas Hissel, mit. Von etwa weiteren 150 städtischen Arbeitsplätzen ist die Rede, die man dort zusätzlich unterbringen könnte. Schon jetzt werden Büros im City-Karree von der Stadt angemietet.

Konkrete Zahlen liegen noch nicht auf dem Tisch. Diese will die Verwaltung noch in diesem Jahr präsentieren, nachdem der Verkehrs- und Bauausschuss – auch mit den Stimmen der CDU – für konkretere Planungen votiert hat. Dass die Christdemokraten ihre skeptische Haltung aufgaben, ist der Tatsache geschuldet, sich nicht nur auf einen Bau eines Technischen Rathauses an der Eisenbahnstraße zu konzentrieren. Die Verwaltung soll nun gleichzeitig Alternativen im „nahen Umfeld des Rathauses“ prüfen. Die jeweiligen Zahlen und Kosten werden gegenübergestellt. Der Beigeordnete Thomas Hissel hofft, dass die entscheidenden Beschlüsse noch in diesem Jahr vom Dürener Stadtrat gefasst werden.

Wie konkret die Gespräche mit der Sparkasse laufen, unterstreicht die Tatsache, dass das Kreditunternehmen und die Stadtverwaltung eine gemeinsame Arbeitsgruppe ins Leben gerufen haben. Aktuell sind 56 Prozent der über 500 Arbeitsplätze nicht im Rathaus am Kaiserplatz, sondern in Objekten an insgesamt fünf Standorten untergebracht.

Dies hat zur Folge, dass die jährlichen Mietausgaben der Kommune aktuell 1,045 Millionen Euro betragen. Hissel machte im Ausschuss deswegen deutlich, dass man mit den Vermietern derzeit in erfolgsversprechenden Gesprächen stecke, die ein oder andere Immobilie zu kaufen. „Grundsätzlich ist es jedoch wichtig, dass die Stadt und die Verwaltung eine Adresse haben, was mit den zahlreichen Anlaufstellen für die Bürger ein Stück weit verloren gegangen ist“, sagt er. Nach Angaben der Verwaltung laufen die Mietverträge im Jahr 2023 aus.

Wie sich die Personalstärke entwickelt, ist für die Zukunft nicht konkret absehbar. Allerdings verweist man im Dürener Rathaus darauf, dass der Stellenzuwachs in den vergangenen zehn Jahren etwa zwei Prozent jährlich betragen habe. „Auch in den Jahren davor, als die konjunkturelle und finanzielle Lage der Stadt schwieriger war, war eine ähnliche Entwicklung zu verzeichnen“, teilt Hissel mit. Die Rechnung der Verwaltung: Setzt sich dieser Trend fort, werden bis zum Jahr 2030 zusätzlich bis zu 100 Arbeitsplätze mit entsprechendem Raumbedarf entstehen.

Diese Zahl soll in einem möglichen Neubau am Bahnhof berücksichtigt werden. Er soll Platz für bis zu 180 Arbeitsplätze bieten und sämtliche Ämter des Dezernates Planen und Bauen beherbergen. Im Gegenzug soll das „Soziale Rathaus“ weiter im City-Karree untergebracht sein. Dieses Gebäude soll ebenso gekauft werden wie das Haus Markt 2 sowie an der Weierstraße. Inwieweit die neue Entwicklung und die Gespräche mit der Sparkasse zu neuen Überlegungen führen, ist noch nicht absehbar.

CDU-Fraktionschef Stefan Weschke gab der Verwaltung mit auf den Weg, dass sie bei alternativen Arbeitsformen wie „Homeoffice“ und „Share workplace“ offensiver werden müsse. Hinter letzterem verbirgt sich die Möglichkeit, einen Arbeitsplatz von zwei Halbtagskräften nutzen zu lassen. In den Augen von Hissel scheitert diese Überlegung an den „Tatsachen im Rathaus“. Die meisten Halbtagskräfte seien Frauen, die aus familiären Gründen den Vormittag bevorzugen würden. Diese Zeitgleichheit verhindert, einen Arbeitsplatz in einem Büro von zwei Personen nutzen zu lassen.

Sollte sich der Dürener Stadtrat aufgrund der neuen Situation gegen einen Neubau südlich des Hauptbahnhofs entscheiden, sieht Hissel die Entwicklung dort nicht zwangsläufig gefährdet. „Es ist zwar schon so, dass öffentliche Maßnahmen private Investitionen anstoßen können, aber das Gelände ist so attraktiv, dass es schon jetzt zahlreiche Investoren gibt, die dort etwas entwickeln wollen“, meint Hissel. Durchaus denkbar sei aber auch, dass es sowohl zu einem weiteren Geschäft mit der Sparkasse kommt, als auch die Bagger am Areal am Fritz-Keller-Weg, südlich des Bahnhofs, anrollen. Hissel: „Alles ist offen.“