Stadt Düren legt ersten Demografiemonitor mir Prognosen für 2038 vor

Erster Demografiemonitor für Düren : Die Einwohner werden älter und bunter, aber nicht unbedingt weniger

Das Ergebnis kommt nicht überraschend, ist jetzt aber faktisch belegt: „Wir werden nicht unbedingt weniger, dafür aber älter und weiterhin bunter.“ So überschreibt Berthold Becker die Ergebnisse des ersten von ihm vorgelegten Demografiemonitors für die Stadt Düren.

Auf 70 Seiten präsentiert Berthold Becker Daten und Prognosen im Vergleich der Jahre 2018 und 2038, für die Stadt insgesamt, und auch detailliert für 27 Stadtteile und Quartiere. Diese sollen in den kommenden Wochen und Monaten im politischen Raum, in der Verwaltung quer durch alle Ämter und vor Ort in Stadtteilkonferenzen mit den Bürgern diskutiert werden, um aus ihnen Projekte für die Zukunft zu entwickeln. Konkret soll es dabei um Themen wie Bauen/Wohnen, Nachbarschaftshilfe, Integration, Mobilität/Nahversorgung und das Verbinden der Generationen gehen.

Vom noch 2011 im Handlungskonzept Wohnen vorhergesagten Bevölkerungsrückgang (bis 2030 um 2,2 Prozent) ist aktuell keine Rede mehr. Düren wächst wieder, wenn auch lange nicht so schnell, wie sich Teile der Politik das wünschen würden. Zum Stichtag 31.12.2017 listet der Bericht 92.315 Einwohner aus, in 20 Jahren sollen es knapp 94.000 sein. Um dem ehrgeizigen Ziel der Wachstumsoffensive des Kreises Düren – Bevölkerungswachstum von zehn Prozent bis 2025 – gerecht zu werden, muss demnach noch einiges geschehen. Erst in der vergangenen Woche hatte die CDU neue Baugebiete in nahezu allen Stadtteilen gefordert.

Da die Zahl der Geburten zwar wieder steigt, aber weiterhin unter der der Sterbefälle liegt, resultiert das Wachstum schon jetzt einzig und allein aus der Zuwanderung. 2017 sind 1482 Personen nach Düren gezogen, der Großteil aus den umliegenden Großstädten Köln (330), Aachen (306) und Bonn (192), wo es kaum noch bezahlbaren Wohnraum gibt, aber auch aus dem Nachbarkreis Euskirchen (97). International betrachtet kamen die meisten Neubürger nicht etwas aus den Krisengebieten Syrien (15) und Irak (22), sondern aus Rumänien (306) und Bulgarien (91). Die Rumänen sind mit 1536 mittlerweile zur zweitgrößten Landsmannschaft in Düren angewachsen, vor den Polen (1239) und Syrern (890). Größte der insgesamt 125 Gruppen mit ausländischen Wurzeln ist die der Türken (4111) – immer ohne Einbürgerungen betrachtet.

Mit Blick auf eine Adäquate Infrastruktur ist aber auch die Entwicklung der Altersstruktur eminent wichtig. Die Altersgruppe der über 60-Jährigen wird bis 2038 deutlich größer. Ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung Dürens wird von derzeit 22 auf voraussichtlich 28,8 Prozent steigen, hat Becker berechnet. Darauf wird die Politik ebenso reagieren müssen wie auf die wachsende Zahl der über 80-Jährigen, die sich nahezu verdoppeln und einen Anteil von mehr als sieben Prozent an der Gesamtbevölkerung erreichen wird. „Verlierer“ sind die mittleren Altersgruppen: die Zahl der 25- bis unter 30-Jährigen wird um ein Fünftel abnehmen, die der 44- bis 60-Jährigen um 13 Prozent. „Was mich wirklich überrascht hat, ist, dass Düren aber nicht nur älter, sondern auch wieder jünger wird“, betont Becker. Will heißen: Die Zahl der unter 18-Jährigen wächst leicht an. Und das muss berücksichtigt werden. „Der Anstieg der Geburten sorgt kurzfristig zum Beispiel für steigenden Bedarf an Kita-Plätzen“, betont Becker.

„Ältester“ Stadtteil ist im Übrigen Birgel mit einem Durchschnittsalter von 50 Jahren, „jüngster“ die Wörthsiedlung im Osten mit 39, die aber gleichzeitig zu den einkommensschwächsten gehört. Mehr als 30 Prozent beziehen hier staatliche Hilfe, getoppt nur vom Stadtkern-Nordwest (Norddüren) mit 39 Prozent.

Der Demografiemonitor kann auf der Internetpräsenz der Stadt unter www.dueren.de abgerufen werden.

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