Düren: Staatsanwalt wirft zwei Brüdern drei Überfälle vor

Düren: Staatsanwalt wirft zwei Brüdern drei Überfälle vor

„Ich weiß nicht, was mich da geritten hat“, erklärt ein 22-Jähriger aus Koblenz, der sich vor dem Dürener Schöffengericht zu verantworten hat.

Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, mit seinem 27-jährigen Bruder aus Düren am 24. November 2013 nachts gleich dreimal Passanten attackiert und beraubt zu haben. Nach der dritten Tat seien die Beschuldigten sogar noch so dreist gewesen, ihr drittes Opfer gegenüber der Polizei als Täter zu beschuldigen. Der jüngere Angeklagte ist in weiten Teilen geständig und erklärt, dass sein Bruder, der bisher vor Gericht zu den Vorwürfen schweigt, eher eine passive Rolle gespielt habe.

Der 22-Jährige erzählte, dass er an jenem Tag seinen Bruder in Düren besucht habe. Auf der Fahrt habe er im Bahnhof und unterwegs ein Mix-Getränk sowie drei Flaschen Bier getrunken. Nach Eintreffen in der Wohnung des Bruders sei Wein getrunken worden. Nachts gegen zwei Uhr seien die beiden Männer zu einer Tankstelle gegangen, um neuen Wein zu kaufen.

Unterwegs habe der 22-Jährige, wie er erzählt, am Friedrich-Ebert-Platz einen Passanten von hinten zu Boden gerissen und ihm das Handy samt Kopfhörer aus der Tasche gezogen. Nach dem Verzehr des Weines in der Wohnung des 27-Jährigen wollte man erneut an der Tankstelle Nachschub holen. Unterwegs sei man in der Nähe des Adenauer-Parks dem zweiten Opfer begegnet. Nach einer Handgreiflichkeit sei dem aus Sri Lanka stammenden Mann ein Mobiltelefon sowie eine Zigaretten-Packung abgenommen worden.

Drittes Opfer war ein heute 23-Jähriger, dem gegen vier Uhr früh auf der Kölnstraße die Kopfhörer weggerissen wurden. „Abgezogen“ wurde, wie es neudeutsch heißt, zudem die leere Geldbörse. Als einer der beiden Täter nach dem Opfer trat und dabei selbst stürzte, sei dem Mann die Flucht gelungen. Wenig später wurde er aber von der Polizei als Tatverdächtiger festgenommen und erst mittags aus dem Polizeigewahrsam entlassen.

Das Schöffengericht unter Vorsitz von Richterin Christine Pinkpank möchte weitere Zeugen hören und für eines der Opfer einen Dolmetscher hinzu ziehen. Der Prozess wird am Dienstag, 16. Dezember, um 11.30 Uhr (Saal 1.07) fortgesetzt.

(hp)
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