Düren: „Springmäuse“ sorgen für viele Lacher im Haus der Stadt

Düren : „Springmäuse“ sorgen für viele Lacher im Haus der Stadt

Wenn ein Pärchen mit zwei Minuten Verspätung ein Theater betritt und dies am Ende sozusagen zum entscheidenden Moment des Abends wird, dann ist man bei den Bonner „Springmäusen“. Improvisation ist ihr Motto, die Interaktion mit dem Publikum die Methode.

Und so hätte sich das Paar aus dem Hürtgenwald, welches mit minimaler Verspätung in den Theatersaal eintrat, wohl nicht träumen lassen, dass es damit die kommende Vorstellung entscheidend mitbestimmen würde.

Denn Norbert Frieling, einer der vier „Springmäuse“, nahm die Eifelgemeinde beim eröffnenden Szenenspiel „Stopp“ zur Vorlage für eine seiner Figuren. Als „Harald aus Hürtgenwald“ stellte er sich den Gästen vor — ein wortkarger Hinterwäldler. Diesen suchte sich das Publikum danach als Hauptfigur für die nächste halbe Stunde aus. Was folgte war eine Reise durch sein Liebesleben mit der Thailänderin „Sirikit“ (Vera Passy). Viel erfuhr man fortan über den, gerade elektrifizierten, Hürtgenwald und dessen Wachskerzentradition. Auch interessant: In der Eifel haben alle Geschirr mit Wildrosenmuster — weil ja auch alle dieselbe Oma haben.

Eine herrlich lustige Romanze erlebten die Zuschauer, die zwar einem klaren Grundmuster folgte, ansonsten aber völlig improvisiert war. Neben Frieling und Passy besteht das Ensemble der Springmaus in Düren aus Gilly Alfeo und Alexis Kara. Während Alfeo auch als Musiker und Erzähler überzeugte, begeisterte vor allem letzterer als Pantomime oder lebendiger Kaffeeautomat. In der zweiten Hälfte verabschiedete sich das Ensemble dann von Harald und Sirikit und nahm zwei Personen aus dem Publikum als Vorlage für den Rest des Abends.

Mit Corinna und Wolfgang fanden sich zwei mutige Schauspielschablonen. Diese schienen zwar im echten Leben recht ungleich, erlebten dann als Theaterfiguren aber eine tolle Romanze rund um den Jesuitenhof. Und das obligatorische „Happy End“ fand wo statt? Natürlich im einsamen Hürtgenwald.

Was dem Abend auch gut tat: Vera Passy stammt aus Düren, konnte ihren Kollegen bei „Fachvokabular“ wie dem „Indemann“ auf die Sprünge helfen. Dort fand schließlich auch die Liebesbeziehung zwischen Harald und Sirikit ihr Ende, mit den romantischen Worten: „Es geht nichts über eine Liebe im Hürtgenwald.“

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