Düren: Sportartikel-Konzern will in Düren Millionen umsetzen

Düren: Sportartikel-Konzern will in Düren Millionen umsetzen

Der weltweit tätige Sportartikelhersteller Decathlon will sich nahe des Baukompetenzzentrums im Gewerbegebiet „Im Großen Tal” ansiedeln. Der französische Konzern will zunächst einen knapp 3000 Quadratmeter großen Fachmarkt errichten; später soll das Verkaufsareal auf 4500 qm ausgedehnt werden.

Ob allerdings tatsächlich gebaut wird, muss letztlich der Dürener Stadtrat entscheiden. Der Bebauungsplan im fraglichen Gebiet muss geändert werden, sagt Bernd Kürten, Chef des Amtes für Stadtentwicklung in Düren. Damit sich ein Unternehmen wie Decathlon ansiedeln kann, müsste das Land als Sondergebiet für Großflächenhandel ausgewiesen werden.

Wenn es nach Rainer Guthausen geht, passiert genau das nicht. Der Chef der Dürener IG City vertritt mehr als 100 Einzelhändler in der Innenstadt und befürchtet, dass der Sportartikelmarkt „die City sehr stark negativ beeinflussen wird”. Decahtlon bietet eigenem Bekunden nach Artikel für rund 70 Sportarten. „Da bekommt man alles: Boote, Fahrräder, Angelartikel oder Outdoor-Kleidung.” Laut Guthausen habe eine Kommune auch die Aufgabe, den bestehenden Handel zu schützen.

Die Stadt Düren hat sich deshalb ein Einzelhandelskonzept gegeben, das die Verteilung von Geschäften im Stadtgebiet steuern soll. Aus einer Auswirkungsanalyse, die das französische Unternehmen anfertigen sollte, geht hervor, dass der Konzern in Düren jährlich zehn Millionen Euro Umsatz erzielen will. 23 Prozent, also 2,3 Millionen, direkt aus der Stadt.

Für den IG City-Vorsitzenden Guthausen steht fest: „Das Geld wird in der Innenstadt abgezogen.” Einige Geschäfte würden das nicht verkraften. „Alle Läden sind betroffen, die Sportartikel anbieten oder auch nur sportliche Mode”, befürchtet Guthausen, der als stellvertretender Bürgermeister der CDU angehört. In der Fraktion sei das Thema noch nicht beraten worden, sagte der Christdemokrat den „DN” am Freitag auf Anfrage.

Harald Sievers, der Kämmerer der Stadt Düren, empfiehlt, das Thema „aus stadtentwicklungspolitischer Sicht zu bewerten”. Finanzielle Aspekte sollten zunächst keine Rolle spielen, auch wenn Decathlon in Düren Steuern zahlen müsste. Wenn es nur eine Umverteilung von Umsätzen gäbe, würde die Stadt nicht profitieren.

Die letzte Entscheidung trifft der Rat. Zunächst wird sich der Stadtentwicklungsausschuss mit dem Thema am 12. Juli befassen. Sollte die Politik einer Änderung des Bebauungsplans nicht zustimmen, wäre die Ansiedlung für Düren vom Tisch. Kritiker fürchten, dass der französische Konzern dann nach Alternativen sucht, etwa im benachbarten Niederzierer Gewerbegebiet.