Düren: Spielplätze im Dürener Norden ziehen Drogenabhängige und Dealer an

Düren : Spielplätze im Dürener Norden ziehen Drogenabhängige und Dealer an

Die Stadtteilvertretung und das Büro für Gemeinwesenarbeit und soziale Stadtentwicklung (GWA) der evangelischen Gemeinde gehen wieder gemeinsam gegen das Drogenproblem in Dürens Norden vor. In einem offenen Bürgerforum fassten die 15 Teilnehmer den Entschluss, verstärkt den Dialog mit der städtischen Politik zu suchen, um Lösungen für die offensichtlichen Probleme zu finden.

Ein erster Entwurf eines Positionspapiers zum Thema Drogen zeigt eindeutig, worum es GWA und Stadtteilvertretung geht: den Schutz der Kinder.

„Kein Spielplatz in Nord-Düren ist frei von Hinweisen auf Drogenkonsum“ heißt es in dem Entwurf. Benutzte Spritzen, offensichtliche Drogenverkäufe und -konsumtreffen gehörten zum Alltag. Das wurde in dem Austausch zwischen Bürgern, Kita- und Schulvertretern, Experten des Sozialpädagogischen Zentrums (SPZ) sowie des städtischen Jugendamtes deutlich.

Der in Sichtweite der Awo-Kita „Lollypop“ liegende städtische Spielplatz ist seit längerem größtenteils geschlossen, weil er ein beliebter Ort für Drogenverkäufe und -konsum sei. Beliebte Anziehungspunkte seien auch bestimmte Gebäude, wie Moderator Marcel Spangenberg vom GWA-Büro betonte: „Es gibt fünf Wohnhäuser, also keine leerstehenden Häuser, deren Eingänge nicht verschlossen sind. Dort ziehen sich die Drogenabhängigen gerne zurück.“

Hinzukomme eine Garage an der Schulstraße, die als Szeneplatz für Drogendealer gelte, wie ein Anwohner berichtete. Besonders akut seien die Drogenprobleme an den Anliegerwegen der Schulstaße wie der Ottensgasse, steht in dem Entwurf des Positionspapiers.

Georg Lauf, Schulleiter der Realschule Bretzelnweg, machte deutlich, dass es zwar „nie eine Patentlösung“ für die Probleme geben würde, aber mehr Sozialarbeiter an seiner und anderen weiterführenden Schulen ein wichtiger Schritt sei. „Anderthalb Tage pro Woche jemanden vor Ort zu haben wie momentan, reiche nicht. Wir brauchen täglich jemanden. Den Jugendlichen müssen Alternativen zum Rumgammeln gezeigt werden“, sagte Lauf. Nur sei er sich bewusst, dass sein Wunsch vor allem vom Geld und Ressourcen abhängig sei.

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