Trotz Sänger-Ausstieg: Spielfreude pur beim „Räuber“-Konzert in Vettweiß

Trotz Sänger-Ausstieg : Spielfreude pur beim „Räuber“-Konzert in Vettweiß

Ralf und Wilma Müller sind eingefleischte „Räuber“-Fans, Mitglieder im Fanclub „Für die Iwigkeit“. Nach Möglichkeit verpassen die Dürener kein Konzert der Kultband, die vor mehr als 25 Jahren mit Hits wie „Wenn et Trömmelche jeht“ und „Op dem Maat“ den Kölner Karneval eroberte, in der näheren Umgebung.

Am Donnerstagabend aber standen sie mit gemischten Gefühlen vor der Bühne im Saal der Gaststätte „Bei Hämmer“. Das Konzert in Vettweiß war das erste nach der überraschenden Nachricht vom Ausstieg des Sängers Torben Klein zum Ende der Session 2018/19.

„Wir waren total geschockt“, gesteht Ralf Müller. „Damit haben wir mit Sicherheit nicht gerechnet, und das tut uns in der Seele weh.“ Eine Meinung, die auch andere Konzertbesucher an diesem Abend teilen, schließlich haben die „Räuber“ mit dem gebürtigen Würselener, der erst im Juni 2017 nach fünf „Eingewöhnungsjahren“ „Charly“ Brand als Frontman abgelöst hatte, noch einmal an Popularität gewonnen wie der Erfolg der Hits „Dat es Heimat“ und vor allem „Für die Iwigkeit“ beweist.

Zu den Gründen von Kleins Ausstiegs halten sich die „Räuber“ derweil bedeckt. Beide Seiten haben sich zu Verschwiegenheit verpflichtet. In einer von allen Bandmitgliedern unterschriebenen Erklärung sprechen sie von einer einvernehmlichen Trennung, bitten um Verständnis, dass „keine weiteren Stellungnahmen abgegeben werden“, und schließen eine weitere kreative Zusammenarbeit nicht aus. Die Suche nach einem geeigneten Nachfolger, der menschlich und musikalisch zur Band passt, hat bereits begonnen.

Dass die Chemie zwischen den Musikern immer noch stimmt, beide Seiten nicht im Streit auseinandergehen, ist am Donnerstagabend schon nach wenigen Minuten spürbar. Mit der „Räuber“-typischen Spielfreude begeistern sie in Vettweiß ihre Fans, auch Ralf und Wilma Müller, die jeden der 27 Songs lautstark mitsingen — von der tätowierten Rose bis zum „Schwatze Schof“, vom musikalischen Eigelstein bis zum Titicacasee. Mitsing-Klassiker „Für die Iwigkeit“, mit denen die „Räuber“ auch ohne Torben Klein „weiterleben werden“. Davon sind die beiden Dürener felsenfest überzeugt, auch „wenn wir ihn vermissen werden, wenn er weg ist“.

Noch aber steht der 42-Jährige mit viel Herzblut auf der Bühne. Und mit ihrem neuen Hit „Wenn ich an ming Heimat denke“ wollen die „Räuber“ in der kommenden Session an die Begeisterungsstürme der beiden vergangenen Jahre anknüpfen.

Wenn das gut zweistündige Konzert in Vettweiß ein Gradmesser sein sollte, wird ihnen das auch mühelos gelingen, auch wenn diesmal nur gut 150 Fans in „Hämmers“-Wohnzimmer gekommen sind. „Vielleicht waren die ‚Räuber‘ in den vergangenen Wochen zu oft in der Region zu sehen“, mutmaßt Veranstalter Frank Hamannt mit Blick zum Beispiel auf den Auftritt beim Dürener Mundartfestival, wo unlängst über 2000 Fans die „Räuber“ bei freiem Eintritt feierten.

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