Langerwehe: Spezielle japanische Brenntechnik auf dem Töpfermarkt

Langerwehe: Spezielle japanische Brenntechnik auf dem Töpfermarkt

„Jeder Keramiker, der einmal Raku-Brand gemacht hat, bekommt leuchtende Augen, wann immer von dieser Technik die Rede ist.“ Claudia Holzapfel aus Troisdorf weiß ganz genau, wovon sie spricht. Die erfahrene Keramikerin ist Expertin in Sachen Raku, sie arbeitet seit vielen Jahren mit dieser speziellen japanischen Brenntechnik.

Am Töpfermarktsonntag, 30. November, wird Claudia Holzapfel, mit einem kleinen Brennofen zum Langerweher Töpfereimuseum kommen und diese Technik vorführen. „Als Keramiker“, erzählt Claudia Holzapfel, „arbeitet man eigentlich immer mit den Ur-Rohstoffen, also mit Erde, Wasser, Luft und Feuer. Aber im normalen Alltag fehlt einem leider manchmal die Ehrfurcht dafür. Und das genau ist beim Raku anders.“

Entgegen dem „normalen“ Brennen der Keramiker, wird beim Raku-Brand meistens im Freien gearbeitet. Die rotglühenden Gefäße werden einzeln mit einer langen Zange bei Temperaturen um 1000 Grad Celsius dem Ofen entnommen und in einem Behälter mit organischem Brennstoff (Laub, Stroh, Heu oder Sägespäne) luftdicht eingebettet. Claudia Holzapfel: „Es entstehen Kohlenstoffverbindungen, die in die kleinen Risse des Tons eindringen. So entsteht ein wunderschönes schwarzes Muster.“ Und zwar in einem „schönen Schwarz“, wie die Keramikerin es nennt. „Es sind wunderbar changierende Schwarztöne, die wirklich nur beim Raku entstehen.“

Beim Raku-Brand, erklärt die Keramikerin weiter, habe man die Möglichkeit, in den Brennofen zu schauen. „Man ist direkt und unmittelbar dabei, wenn sich Erde und Wasser miteinander verfestigen. Das ist etwas Besonderes. Und das macht einen ganz kribbelig.“ Claudia Holzapfel fertigt unter anderem Teeschalen, Dosen, Seifenschalen und Salzstreuer, beim Töpfermarkt hat sie aber zumindest am Sonntag auch ihren kleinen Raku-Ofen mit dabei. „Das macht auch aus meiner Sicht das wirklich Besondere des Langerweher Töpfermarktes aus“, sagt Claudia Holzapfel. „Museumsleiterin geht es eben nicht nur darum, einen Markt zu schaffen, bei dem gut Handel getrieben werden kann, sondern darum, eine Veranstaltung zu organisieren, bei dem die Besucher wirklich etwas über die verschiedenen Technik der Keramiken erfahren können. Das gefällt mir sehr.“