Vossenack: Sperrung der Panoramastraße für Biker? Heftige Reaktionen

Vossenack : Sperrung der Panoramastraße für Biker? Heftige Reaktionen

„20 Menschen bewirken, dass Tausenden von Zweiradfahrern die Möglichkeit am Befahren dieser schönen Straße genommen wird“ — unser Bericht über die Panoramastraße zwischen Vossenack und Schmidt und die mögliche Sperrung für Motorradfahrer sorgt für Diskussionen auf unserer Facebookseite.

Vor allem erheben Biker im Netz ihre Stimme, viele ärgern sich darüber, dass eine mögliche Sperrung alle treffe und dass alle Motorradfahrer in der Gesellschaft oftmals über einen Kamm geschoren würden. „Die Motorradfahrer sollten sich ebenfalls organisieren und sich zur Wehr setzen“, fordert ein Kommentator bei Facebook (hier geht es zur Facebookseiten der Dürener Zeitung, hier zu der der Dürener Nachrichten). Er schreibt weiter: „Oben im Ort hört man möglicherweise Fahrgeräusche, aber die hört man im Sommer überall. Nur weil die Fahrzeuge auch durch den Ort rollen, tja das haben Straßen so an sich. Sie wurden für diesen Zweck gebaut.“

Ein Motorradfahrer argumentiert: „Für mich ist das völlig unrechtmäßig: Die Sperrung einer öffentlichen Straße für KFZ, die für den öffentlichen Straßenverkehr zugelassen sind, den gesetzlichen Bestimmungen entsprechen und voll besteuert werden, nur weil man einiger Verkehrsrowdys nicht Herr wird, ist völlig ungesetzlich. Man kann mich nicht dazu zwingen, Umwege zu fahren, ohne mich dafür zu entschädigen. Das sollte niemand einfach so hinnehmen. Ich werde dort weiter lang fahren und die Straße benutzen, falls ich Bußgelder bezahlen muss, werde mich mit Hilfe eines Anwalts zur Wehr setzen.“

„Total lächerlich“

Viele Kommentare setzen sich auch mit den Auswirkungen auf den Tourismus auseinander. „Und wenn die Motorradfahrer weg sind, schließen das Café, der Schnellimbiss und die Tankstelle, weil in den Orten nichts los ist. Dann ist das Gejammer aber groß“, bemängelt ein Kommentator, ein anderer schreibt: „Total lächerlich, die Raser füllen die Kassen der Polizei, die anderen füllen die Kassen der Wirte, die wiederum Steuern abdrücken. Die ganze Region profitiert vom Ausflugstourismus, wenn das einer einschränken will, bestraft er nicht die Raser, sondern den Rest.“

Im Internet wird aber auch Kritik an den Bikern laut: „Ich fahre schon seit Jahren da nicht mehr durch, nur wenn es unbedingt sein muss. Ich musste selber schon Vollbremsungen hinlegen, damit Motorräder nicht in den Gegenverkehr krachten“, schreibt ein Verkehrsteilnehmer.

„Das Problem ist hausgemacht und kann nicht von denen gelöst werden, die es nicht verursacht haben“, kommentiert ein anderer. „Eine Sperrung aus Geräuschgründen ist ja schön und gut — nur, nicht umgerüstete Motorräder sind nicht zu laut. Infolge der Lobbyisten sind die Messverfahren so verstümmelt, dass die Polizei eben nicht danach die zu lauten aussortieren kann.“ Ein anderer Nutzer fordert härtere Strafen: „Motorradfahrer sind meines Erachtens zu privilegiert, da sie quasi vermummt und ohne vorderes Kennzeichen unterwegs sein dürfen, demnach — im Gegensatz zu Autofahrern — kaum identifiziert werden können.

Eine Halterhaftung mit Aufnahme des hinteren Kennzeichens, so wie bei unseren Nachbarn in den Niederlanden, könnte hier doch Abhilfe schaffen. Bei den mitunter gefahrenen Geschwindigkeiten der Biker wäre der Lappen dann für einige Monate weg, andere Länder beschlagnahmen bei extremen Geschwindigkeitsüberschreitungen sogar die Fahrzeuge und kassieren drakonische Strafen. Aber dafür ist man in Deutschland ja zu kuschelig eingestellt und denkt lieber über Rüttelstreifen nach. Manchmal aber geht halt nur harte Kante.“

(smb)