Düren: SPD-Fraktionschef Schmidt lässt Zukunft nach Niederlage offen

Düren : SPD-Fraktionschef Schmidt lässt Zukunft nach Niederlage offen

Sechs Wochen nach der bitteren Abstimmungsniederlage der „Ampel“ bei der Wahl des neuen Technischen Beigeordneten sitzt der Stachel der Enttäuschung beim SPD-Fraktionsvorsitzenden Henner Schmidt immer noch tief. Mindestens drei Mitglieder der Koalition hatten gegen den eigenen Kandidaten votiert, dem Vernehmen nach alles SPD-Stadträte.

Daraufhin hatte der 69-Jährige seine Zukunft als Fraktionschef und Sprecher der „Ampel“ öffentlich infrage gestellt. Ob er im Amt bleibt, hat er trotz des gewonnenen Abstands in den vergangenen Wochen bis heute noch nicht entschieden, wie er am Dienstag aus dem Urlaub heraus erklärte.

Treffen von Vertrauten

Schmidt macht seine persönliche Zukunft von einem Treffen mit den engsten Vertrauten seiner Partei in der kommenden Woche abhängig. „Ich habe für mich Fragen formuliert, auf die ich bei diesem Treffen Antworten haben will“, macht er unmissverständlich klar. Fragen, bei denen es in erster Linie um die Loyalität gehe, und „um den Wert persönlicher Zusagen“, die er vor der entscheidenden Abstimmung von einzelnen Genossen erhalten habe.

Seinerzeit hatte sich nur der 2015 aus der SPD ausgetretene Dieter Harf, der aber weiterhin Mitglied der Fraktion ist, im Vorfeld offen gegen den „Ampel“-Kandidaten ausgesprochen. Auch wenn Schmidt die Wahl eines Beigeordneten nicht in die Kategorie Gewissensentscheidung einordnet, bei der es nach gutem parlamentarischen Brauch keinen Fraktionszwang gibt, sei das Vorgehen Harfs „zumindest nicht hinterlistig“ gewesen.

„Hänge nicht am Posten“

„Ich hänge nicht auf Teufel komm raus an meinem Posten“, betont Schmidt, der ursprünglich geplant hatte, sich mit seinem 70. Geburtstag im kommenden Januar in die zweite Reihe zurückzuziehen; mit einem geordneten Übergang. Der könnte jetzt früher als gedacht kommen. „Mir ist wichtig, dass ich morgens noch in den Spiegel blicken kann.“ Und dafür ist die Frage der Loyalität in den eigenen Reihen für Schmidt entscheidend. Spätestens am 3. September wolle er sich zu seiner Zukunft äußern, teilte Schmidt am Dienstag mit.

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