Niederzier: Sparkasse Düren macht trotz Zinsebbe 8,1 Millionen Euro Gewinn

Niederzier : Sparkasse Düren macht trotz Zinsebbe 8,1 Millionen Euro Gewinn

Sparkassenvorstand Uwe Willner und seine beiden Stellvertreter Udo Zimmermann und Dr. Gregor Broschinski strahlen. Und das liegt an diesem Freitagmittag nicht nur an der offiziellen Eröffnung des neuen Beratungscenters „Niederzer Neue Mitte“, in dessen Bau die Sparkasse Düren im vergangenen Jahr gut drei Millionen Euro investiert hat.

Das Vorstandstrio blickt angesichts der anhaltenden Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) auf ein „voll zufriedenstellendes“ Geschäftsjahr 2017 zurück, wie Willner betont. „Voll zufriedenstellend“, weil der Jahresüberschuss trotz geringerer Zinseinnahmen in einer Größenordnung von sechs Millionen Euro „nur“ um 1,7 auf knapp 8,1 Millionen Euro zurückgegangen ist. Für Willner auch ein Beleg, dass „wir die Kosten in den Griff bekommen haben“.

Im Rahmen des „Projekts 2025“, in dem unter anderem auch das Filialnetz neu strukturiert wurde, hat die Zahl der Beschäftigten im vergangenen Jahr weiter abgenommen, um 41 auf nunmehr 675, darunter 44 Azubis. Bis Ende des Jahres sollen noch einmal 20 bis 25 Stellen weitgehend sozialverträglich abgebaut werden, kündigte Willner an. Weitere Filialschließungen werde es aber bis 2020 gemäß eines Verwaltungsratsbeschlusses nicht geben.

Wenn das Aufsichtsgremium wie erwartet wieder wie in den Vorjahren eine 50-prozentige Ausschüttung des Gewinns beschließt, können die Kämmerer von Stadt und Kreis Düren mit gut vier Millionen Euro kalkulieren. Die Summe, die aber insgesamt in den Kreis fließe, sei viel höher. Die sogenannte „Bürgerdividende“, die auch 2,2 Millionen an Spenden und Sponsoring sowie 10,9 Millionen an Gewerbesteuer beinhalte, liege bei mehr als 17 Millionen Euro, betonte Willner. Ein Wert, mit dem sich die Sparkasse Düren selbst hinter weitaus größeren Instituten nicht verstecken müsse.

Mit Blick auf das Geldgeschäft hoben Willner und sein Vorstandskollege Uwe Zimmermann nicht nur hervor, dass die Sparkasse die Negativzinsen, die sie selbst für ihre Geldanlagen bei der EZB zahlen müsse, weiterhin nicht an die Kunden weitergegeben werden. „Wir haben sogar mehr als 5,7 Millionen Euro Zinsen ausgeschüttet, betonte Zimmermann, der von einem geringfügigen Anstieg der Kundeneinlagen auf 2,921 Milliarden berichtete, einem Plus von 0,25 Prozent.

Da Sparbuch und Tagesgeldkonto so gut wie keine Dividende abwerfen und damit angesichts einer Inflationsrate von 1,8 Prozent das Geld an Wert verliert, stand die Suche nach Anlagealternativen 2017 hoch im Kurs. Davon zeugen mehr als 90.000 Beratungsgespräche und ein Anstieg der Wertpapierumsätze um 110 auf nunmehr 375 Millionen Euro. „Viele Kunden nutzten die Möglichkeit der Anlage in Sachwerten in Form offener immobilienfonds und Aktienfonds“, erklärte Zimmermann. Er brach aber auch eine Lanze für Bausparverträge, um sich die aktuell günstigen Zinsen für mittelfristige Renovierungen und Modernisierungen zu sichern. „Und auch Lebens- und Rentenversicherungen haben weiter ihre Daseinsberechtigung. Sie ermöglichen als einzige Anlageformen eine lebenslange Rente.“

Erfreulich, erklärte Zimmermann, habe sich auch das Kreditgeschäft entwickelt. Die Sparkasse Düren bewilligte 2017 Kredite im Umfang von 652 Millionen Euro. Damit stieg das Gesamtvolumen auf den neuen Höchststand von 2,88 Milliarden. Den größten Zuwachs habe es bei Unternehmen und Selbstständigen gegeben, aber auch bei privaten Baufinanzierungen legte die Sparkasse zu. Das Kreditvolumen hier stieg um 2,1 Prozent auf 1,22 Milliarden Euro.

Mehr von Aachener Nachrichten