Düren: Sozialausschuss redet ausgiebig über die Drogenszene in Düren

Düren : Sozialausschuss redet ausgiebig über die Drogenszene in Düren

Wenn Experten im Sozialausschuss schon weit mehr als zwei Stunden über die Drogenszene in Düren und speziell im Langemarckpark sprechen, ist das für die Ausschussvorsitzende Liesel Koschorrek (SPD) ein Zeichen, dass „wir große Kompetenz in Düren haben“.

Nach dem ausgiebigen Infotermin am Donnerstag mit Vorträgen vom Sozialpädagogischen Zentrum, der Endart-Kulturfabrik, LVR-Klinik, Polizei und Verwaltung ist Koschorrek zuversichtlich, dass sich die Politik auf ein nachhaltiges Konzept mit mehr Straßensozialarbeit für den Langemarckpark und die Drogenszene einigen wird.

CDU-Chef Thomas Floßdorf, der in der vergangenen Woche von einem „gescheiterten Konzept“ der Caritas-Drogenberatungsstelle „Drobs“ gesprochen hatte, sicherte deren Leiterin Inge Heymann einen Termin zu, um konstruktiv über mögliche neue Ansätze für die Zukunft zu sprechen. Heymann betonte in der Sitzung, dass sich die Drogenberater „mehr Wertschätzung und keine Kritik“ wünschen für ihre erfolgreiche Arbeit der vergangenen 37 Jahre. Wilfried Pallenberg, Vorsitzender des Endart-Vereins, äußerte zudem: „Wir wollen die Szene am Langemarckpark nicht auseinanderbrechen, weil sie sich sonst auf mehrere öffentliche Orte verteilt.“

Die Stadt ist im Austausch mit der Deutschen Bahn, wie mit dem Terrain neben den Gleisen umzugehen ist, teilte der 1. Beigeordnete Thomas Hissel mit. Eine (Teil-)Rodung sei keine Option, da sie den Bereich für Drogenabhängige unattraktiv machen würde — was wiederum zu einer Verdrängung führen würde. Investitionen lehne die Bahn ab, weil sie das Müllproblem nicht verursacht hat.

Rechtsdezernentin Christine Käuffer machte deutlich, dass sich die Drogensituation in Düren in der jüngsten Vergangenheit nicht verschlimmert hat und schon gar nicht an die Dimension aus den 80er und 90er Jahren herankommt. Außerdem betonte Käuffer, dass das Bahnhofsviertel nicht nur ein Treff für Dürener Süchtige ist, sondern für Abhängige aus dem gesamten Kreis und darüber hinaus ein beliebter Ort sei.

(cro)
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