Düren: So will die Stadt Düren verkehrsfreundlicher werden

Düren: So will die Stadt Düren verkehrsfreundlicher werden

In drei Jahren rechnet Dürens Baudezernent Paul Zündorf mit der Fertigstellung der Umgehungsstraße Bundesstraße 56n. Für die wurde bereits die erste Brücke in Höhe des Unternehmens Neapco (früher „Ford-Werke“) gebaut, eine weitere Brücke bei Arnoldsweilerweg folgt dieses Jahr.

Der Abschnitt zwischen Euskirchener Straße und der Kölner Landstraße wird als erster Teil der Umgehung in Angriff genommen. Zündorf geht davon aus, dass mit Fertigstellung der neuen Straße der innerstädtische Verkehr auf der dann alten B 56 frei vom jetzigen Schwerlastverkehr sein wird, sich die Entlastung bei Pkw-Verkehr aber eher nur bei 20 bis 30 Prozent einpendeln wird.

Zwei andere Maßnahmen sollen zu einer weiteren Entlastung beitragen. Zündorf: „Mit dem neuen Autobahnanschluss in Merzenich wird sich die Verkehrssituation in Arnoldsweiler deutlich entzerren.“ Und auch von der für Herbst 2015 geplante Fertigstellung der Autobahnabfahrt bei Luchem verspricht sich Zündorf eine spürbare Minderung der Verkehrsströme in Düren.

Aber wird der Bürger das auch spüren? Zumindest für den Bereich der jetzigen B 56 von der Euskirchener Straße bis zum Friedrich-Ebert-Platz gibt es entsprechende Pläne. Wie Andreas Breuer vom städtischen Tiefbauamt erklärt, hat die Stadt bereits Zuschüsse für einen Kreisverkehr an der Kreuzung Zülpicher Straße/B 56 in Höhe des Miesheimer Weges beantragt.

Auch für eine Neugestaltung des Friedrich-Ebert-Platzes wurde ein Antrag eingereicht. Wohlgemerkt: Diese Maßnahmen stehen erst dann an, wenn die Umgehungsstraße fertig ist. Handlungsbedarf besteht unter anderem auch, weil die Schadstoffbelastung auf der Hauptdurchgangsachse in Düren nahezu unverändert hoch ist und die erwartete Entlastung beim Verkehrsaufkommen nicht ausreichen könnte, um dem Luftreinhalteplan gerecht zu werden. Breuer: „Weitere Maßnahmen sind noch nicht konkret. Wir werden die Zeit aber nutzen, uns auch Gedanken für Bereiche wie etwa die Schoellerstraße zu machen.“

Allerdings zeigt das Beispiel Rückbau Friedrich-Ebert-Platz und Kreisverkehr Zülpicher Straße, dass es sinnvoll ist, Fördergelder frühzeitig zu beantragen. Zündorf kann sich übrigens gerade im Bereich der Schoellerstraße einen Rückbau sehr gut vorstellen: „Man könnte hier den Straßenquerschnitt reduzieren und mehr Bäume pflanzen. Das kostet allerdings auch viel Geld. Darüber muss man sich im Klaren sein.“

Von einem weiteren Projekt hat sich Zündorf quasi verabschiedet, sieht zumindest kurzfristig keine Chance auf Realisierung: die Nordtangente B 399n, die auch über Bahnhofsgelände führen würde. Die Verhandlungen mit der Bahn gestalten sich aber schwierig. Und offenbar frustrierend für Zündorf, der inzwischen bekennt: „Die Nordtangente ist eher eine Planung für die nächsten Dekaden.“

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