Düren: Sie will immer nur ins Wasser

Düren: Sie will immer nur ins Wasser

Das Wasser hat Friedericke Siebeneick schon immer magisch angezogen. „Sie ist eine richtige Wasserratte”, berichtet Mutter Marietta über die große Vorliebe ihrer Tochter. „Im Urlaub hat sie sich immer am liebsten im Pool getummelt.”

Die 13-Jährige sitzt neben ihrer Mutter und lächelt ein wenig schüchtern. „Ich habe ja andere Sachen ausprobiert”, sagt sie dann. Volleyball zum Beispiel. Für ein Mädchen, das mit 13 schon 1,74 Meter groß ist, wäre Volleyball gar keine abwegige Idee. „Aber ich wollte immer nur ins Wasser.”

Und da bewegt sich die Schülerin des Stiftischen Gymnasiums jetzt seit über fünf Jahren. Und zwar schneller als andere in ihrem Alter. „Seit sie an Wettkämpfen teilnimmt, macht sie Medaillien”, merkt die Mutter an, nicht ohne ein wenig Stolz. Friedericke lächelt wieder schüchtern. „Naja. Ich sehe das eher gelassen. Ich gucke einfach mal, wie weit ich komme”, spricht sie über ihre sportlichen Ziele.

Sie macht sich keinen Druck, der Spaß steht im Vordergrund. Und das ist dem groß gewachsenen Mädchen wichtig. „Wenn ich mir angucke, was die anderen so alles treiben, um schneller zu schwimmen, dann mache ich oft große Augen”, berichtet die Schwimmerin des Dürener TV über ihre Teilnahme an der NRW-Meisterschaft im vergangenen Jahr. Den zehnten Platz hat Friedericke Siebeneick damals in Dortmund gemacht.

„Da mal mitzuschwimmen - das fand ich gut”, blickt sie auf den Vergleich mit den besten Mädchen des Landes zurück. Ob sie die Trainingsintensität irgendwann einmal steigern will, weiß die junge Dürenerin noch nicht. Im Moment trainiert sie drei Mal pro Woche für zwei Stunden beim Dürener TV. Die Jagd nach Bestzeiten ist für die Schwimmerin nicht der einzige Reiz an ihrer Sportart. „Ich habe beim DTV gute Freunde gefunden. Wir feuern uns gegenseitig an”, spricht sie über einen wichtigen Punkt. Besonderen Spaß hat die Sportlerin, die in der zweiten Damenmannschaft des Dürener TV schwimmt, an Staffelwettkämpfen. Obwohl Schwimmen eine Individualsportart ist, bedeutet ihr das Mannschaftsgefühl viel.

Apropos Mannschaft: Irgendwann einmal würde sie gerne Mitglied der ersten Damen-Mannschaft des Dürener TV werden. Die Damen sind vor ein paar Jahren sogar in der zweiten Liga geschwommen, sie sind jetzt immer noch schnell in der Oberliga unterwegs. DTV-Trainer Michael Lichtwald traut der 13-Jährigen zu, später einmal zu den wichtigen Schwimmerinnen in Düren zu gehören. „Das Zeug dazu hat sie”, so Lichtwald, der - wie die Siebeneicks - betont, dass der Spaß die wichtigste Komponente am Schwimmen ist.

Im Moment ist der Sport ein Hobby. „Es wäre schon schade, wenn sie damit aufhört. Es macht ihr nämlichen riesigen Spaß”, berichtet die Mutter. Aufhören ist für die Schülerin im Moment ein Fremdwort. Weitermachen und weiterbilden sind angesagt. Beispielsweise, wenn wichtige Schwimm-Wettkämpfe im Fernseher gezeigt werden. Einfach nur zuschauen kommt dann nicht in Frage. „Ich gucke, wie die das machen”, berichtet sie, dass sie die Technik der Schwimm-Stars genau beobachtet.

Brust ist ihre Lieblingsdisziplin, bei den Bezirksmeisterschaften im vergangenen Jahr hat sie die Wettbewerbe in ihrer Altersklasse über 100 Meter Brust und Delphin gewonnen. „Da bin ich von dem Niveau in unserer ersten Mannschaft auch gar nicht mehr so weit entfernt.” In anderen Lagen berichtet sie dagegen von Nachholbedarf. „Rücken ist nicht so meine Stärke”, gesteht die Dürenerin.

Sorgen bereitet ihr das keinesfalls. „Ich lasse es einfach mal auf mich zukommen, wie weit das mit dem Schwimmen geht.” Das gilt auch für den Neptun-Cup am kommenden Wochenende in Köln. Da geht es um die Qualifikation für die NRW-Meisterschaft.

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