Senioren und Kinder erleben gemeinsam Theaterspaß

Die „Mimosen“ aus Düsseldorf gastieren in Vettweiß : Die leise Freude auf allen Gesichtern

Senioren des Pflegewohnhauses Vettweiß sowie Kinder aus dem Kindergarten und der Grundschule Vettweiß hatten gleichermaßen einen wahnsinnigen Spaß an der Ausführung des Ensembles „Die Mimosen“ aus Düsseldorf.

Die Bühne war ebenerdig, davor ein einklappbares Häuschen, Tisch und Stühle im Vordergrund und - sehr wichtig - das große Foto der verstorbenen Frau Else Opa Eduards (Kai Meister), mit dem der Witwer so spricht, als ob Else im Raum wäre. An ihrem Geburtstag backt Eduard seiner Frau selig einen Kuchen.

Ein Unwetter zieht auf und eine junge Elfe bleibt in der Nähe von Opa Eduards Behausung in einem Baum hängen. Es kommt zur Begegnung mit der kleinen, spitzohrigen Elfe Amelie (Nicole Breuer). Amelie kennt keine Menschen, Opa Eduard keine Elfen. Das Aufeinandertreffen wird für die Zuschauer, im Alter irgendwo zwischen fünf und 100 Jahren, zum Blick in eine geheimnisvolle Welt voller Überraschungen. Die Elfe hat noch nie ein Telefon gesehen, geschweige denn ein Handy. Opa Eduard versucht mit einem alten Schnurtelefon mit Wählscheibe Hilfe herbeizurufen. Elfenhunger wird nicht mit Produkten aus dem Supermarkt gestillt. Da aber vegane Essbarkeiten wie Nüsse fehlen, schleckt Amelie Müsli – mindestens zehn Jahre alt – aus einer Schüssel. Ein Löffel? Was ist das? Amelie spiegelt sich darin.

Außer leiser Klaviermusik und dem Schnaufen der Akteure auf der Bühne ist oft nichts zu hören. Die Kinder, die vor den Stühlen in den ersten Reihen hocken, spielen mit. Sucht Eduard die Elfe, die längst wieder als Minifigur auf dem Dach des Häuschens zu sehen ist, schreien die Kleinen „Da, da!“ und wundern sich, dass der alte Herr, mit schlurfenden Schritten und gebeugtem Gang, die Elfe nicht bemerkt.

„Ich kann auch fliegen“, behauptet Opa Eduard. „He“, zweifelt Amelie, „du hast doch keine Flügel.“ Eduard zeigt ihr ein Modellflugzeug, das auf dem Tisch steht. Er erklärt, wo die Passagiere und der Pilot sitzen, belehrt die Elfe über die Funktion von Flügeln und Propeller. Staunen über Staunen.

Was tun? Elfe Amelie muss zur Elfenprüfung ins Elfenland und zwar sehr schnell. Doch einer ihrer Flügel ist kaputt. Opa Eduard schleppt Teile eines kleinen Passagierflugzeugs herbei. Die Teile werden zusammengefügt. Sitzproben erheitern die Gäste. Opa Eduard träumt schon lange vom Fliegen. Dieses Flugzeug hat er schon lange. Schließlich überwindet er seine Angst und fliegt Amelie mit dem Flugzeug zu ihrer Prüfung ins Elfenland.

Ein Theaterstück für Menschen jeden Alters? Wer die Bewohner des Pflegeheims und die Kinder beobachten konnte, sah eine leise Freude auf allen Gesichtern.

Organisiert wurde die Veranstaltung von „VettKult“, der Kulturinitiative der Gemeinde Vettweiß, die vom „Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW“ unterstützt wird.

(bel)
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