Boich: Seltene Obstbäume: Pflanzaktion in Boich

Boich : Seltene Obstbäume: Pflanzaktion in Boich

Das alte Obstdorf Boich wird um eine Handvoll Apfelbäume per Jahr reicher. Das ist wahrlich nicht nennenswert, wenn man die Baumkulturen der dortigen großen Landwirte sieht. Besonders ist, dass Jahr für Jahr regionale und vom Aussterben bedrohte Sorten angepflanzt werden, die es nicht im Supermarkt, sondern nur bei vereinzelten Marktbeschickern zu kaufen gibt.

Vor kurzem wurde die Baumallee an einem Feldweg zwischen Boich und Leversbach um die Sorten Zuccalmaglio, Rheinisches Seidenhemdchen und Eifeler Rambur erweitert. „In zwei, drei Jahren sind die ersten Äpfel reif“, erklärt Obstbaumwart Thomas Kelter. „Und jeder Wanderer darf sich gerne bedienen, die Bäume sind für die Allgemeinheit.“

Pflege am Wochenende

Das langfristige Projekt betreut Thomas Kelter mit weiteren Obstbaumwarten in Kooperation mit der Biologischen Station und der Gemeinde Kreuzau sowie mit Unterstützung seines Arbeitgebers, der sich auch im Umweltschutz engagiert.

Die Gemeinde freut das ehrenamtliche Engagement, sagte Hans-Jürgen Wolfram bei der Pflanzaktion vor Ort, denn die Obstbaumwarte übernehmen die Pflegearbeiten am Wochenende. Das entlastet die städtischen Mitarbeiter. „Wir brauchen Leute, die auch für so eine vermeintlich kleine Sache brennen“, betonte Wolfram.

Einer, der neben Thomas Kelter für Obstbäume brennt, ist Obstbaumwart Heinz Peter Weyermann. „Bei den seltenen Äpfeln geht es nicht immer nur um den Geschmack, sondern auch um andere Eigenschaften. Aus dem Eifeler Rambur zum Beispiel kann man hervorragenden Kompott herstellen.“ Weyermann überschnitt auch die Schnittarbeiten, die bei einem kleinen Baum etwa eine Stunde dauern, bei größeren bis zu vier.

(cro)
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