Kreuzau/Nideggen: Sekundarschule: Kreuzau und Nideggen kommen sich näher

Kreuzau/Nideggen: Sekundarschule: Kreuzau und Nideggen kommen sich näher

„Schulen haben in diesen Ferien Hochkonjunktur.” Das erlebt jedenfalls der stellvertretende Bürgermeister von Kreuzau, Walter Stolz, derzeit. Er und die Bürgermeisterin von Nideggen, Margit Göckemeyer, haben sich in den letzten Tagen mit kaum etwas anderem als den Schulen befasst.

Das Ergebnis: Kreuzau und Nideggen wollen zusammen eine Sekundarschule (Haupt- und Realschule in einem) gründen, mit zwei Standorten und einer gemeinsamen Leitung.

Dass die Schullandschaft neu geordnet werden muss, hat jüngst erst ein vielbeachtetes Experten-Gutachten ergeben (wir berichteten ausführlich). Im gesamten Kreis Düren werden die Kinder knapp, Stolz hat die Zahlen für Kreuzau detailliert im Kopf. „Neue Lösungen” seien gefragt.

Und noch bevor die Landesregierung die gesetzlichen Grundlagen ausgearbeitet hat, sind sich die Verwaltungsspitzen von Kreuzau und Nideggen einig: Eine Sekundarschule soll ihre Pforten öffnen.

In beiden Orten wird also der Betrieb an den Haupt- und Realschulen langsam auslaufen, während in denselben Gebäuden die Sekundarschule stetig wächst. In Kreuzau rechnet man mit einem vierzügigen Beginn, in Nideggen mit einen dreizügigen. Bei der Bezirksregierung ist man schon vorstellig und in dem Vorhaben bestärkt worden. Details werden morgen in Köln besprochen.

Letztlich entscheiden müssen die Politiker in den Räten. Doch schon bei der gemeinsamen Förderschule in Boich haben die beiden Gemeinden stets gut zusammengearbeitet.

Die Vorteile der Sekundarschule erklärt Margit Göckemeyer: Die neue Schule sei ortsnah, biete mehr Durchlässigkeit zu höheren Bildungsgängen und bessere Qualifizierungsmöglichkeiten.

In der Tat: Wer beispielsweise in Deutsch auf gerade mal Hauptschulniveau kommt, kann in der Sekundarschule in Mathe, Bio und Physik auf einem anspruchsvollen Realschulniveau unterrichtet werden.

Das gemeinsame Unterrichten von behinderten und nichtbehinderten Kindern soll ebenfalls an beiden Standorten praktiziert werden. Wie auch die Über-Mittag-Betreuung im Programm enthalten ist. Wer die Sekundarschule (Klasse 5 bis 10) absolviert hat, „kann bei entsprechender Qualifikation das Abitur am Gymnasium in Kreuzau machen oder ans Berufskolleg wechseln”, ist für Stolz völlig klar.

Und dass man sich in Kleinhau in Richtung Simmerath orientiert, „hat die Einigung zwischen uns sehr beflügelt”. Anträge für die Gründung der neuen Schule müssen im Dezember der Bezirksregierung vorgelegt werden. Im Winterhalbjahr 2012/13 soll der Betrieb in der Sekundarschule losgehen.

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