Nideggen: Sekundarschule: Kreis und Stadt unterstützen die Eltern

Nideggen: Sekundarschule: Kreis und Stadt unterstützen die Eltern

Im Gleichschritt versprühen Nideggens Bürgermeisterin Margit Göckemeyer und Landrat Wolfgang Spelthahn Zuversicht: „Ich gehe davon aus, dass Ihre Kinder ab dem 1. August da beschult werden, wo Sie sie angemeldet haben”, sagte Göckemeyer in einer Sondersitzung des Stadtrates den Eltern, deren Kinder von der neuen Sekundarschule Nideggen/Kreuzau einen Ablehnungsbescheid erhalten haben.

Auch Spelthahn fand in der Sitzung deutliche Worte: „Wir werden nicht aufgeben, bis die Kinder optimal versorgt sind.” Die Empörung bei den Eltern aus Nideggen und Heimbach ist groß - und deckt sich mit der Empörung der Politiker, die ebenfalls nicht nachvollziehen können, dass Nideggen eigene Kinder ablehnen muss, während man gleichzeitig Kinder aus anderen Kommunen beschult.

Wie absurd das Verfahren ist, belegt das Beispiel einer Mutter aus Kreuzau, deren Kind an der Sekundarschule abgelehnt worden ist und die keine andere Alternative sah, als ihren Sohn jetzt auf dem Gymnasium anzumelden. „Da wird der Junge überfordert sein”, weiß sie schon jetzt. Tritt diese Situation ein, hat die Mutter das nächste Problem: Eine Real- oder Hauptschule, zu der der Junge zurückwechseln könnte, gibt es in Kreuzau dann nicht mehr, die Klassen der Sekundarschule sind so voll, dass sie selbst Rückläufer nicht mehr aufnehmen kann.

Von „Willkür der Regierungspräsidentin” sprach denn auch CDU-Fraktionsvorsitzender Markus Fischer, der darauf verwies, dass mit dem neuen Schulgesetz deutlich kleinere Klassen versprochen worden waren und dass auch jedes Kind aufgenommen wird. Fischer: „Was hier passiert ist nicht zum Wohle unserer Kinder. Offenbar genießen Uhus im Rurtal mehr Schutz, als unsere Kinder.”

In mehreren Eilverfahren wollen die Eltern vor dem Verwaltungsgericht gegen die Ablehung an der Sekundarschule vorgehen. Göckemeyer sicherte den Eltern ihre Unterstüzung zu und versprach dem Anwalt der Eltern, sämtliche notwenigen Informationen zur Verfügung zu stellen.

Sowohl Nideggen als auch Kreuzau haben ebenfalls einen Anwalt mit der Wahrnehmung ihrer Rechte beauftragt. Auch hier signalisierte Spelthahn deutliche Unterstützung: „Wir werden alle Eltern unterstützen, die gegen die Ablehnung vorgehen wollen. Das ist reine Willkür, die keinesfalls akzeptiert werden kann.” Dieses Thema, so Spelthahn zudem, müsse „bis zum Ungehorsam” weiter fortgesetzt werden.

Kritik äußerte während der Sondersitzung die Fraktion „Menschen für Nideggen”. Fraktionsvorsitzender Erwin Fritsch: „Wir sind uns alle einig, dass die Kinder an der Schule angenommen werden müssen. Wir haben aber auch mit unserer Linie, bei der Errichtung dieser Schule besser noch ein Jahr zu warten, richtig gelegen.”

Das allerdings sahen alle anderen Ratsparteien anders und verwiesen auf die hohen Anmeldezahlen.