Düren: Schwerpunkte 2014: Wie sich Düren weiterentwickeln kann

Düren: Schwerpunkte 2014: Wie sich Düren weiterentwickeln kann

„Die Stadt ist tot, es lebe die Stadt. Allen düsteren Prognosen zum Trotz wird der öffentliche Raum neu entdeckt.“ Dieses Zitat stammt von Hanno Rauterberg, einem deutschen Journalisten (Jahrgang 1967). Der promovierte Kunsthistoriker hat ein neues Buch vorgelegt, das den bedeutungsreichen Titel trägt: „Wir sind die Stadt.“

Auf ihn bezog sich Dürens Bürgermeister Paul Larue am Mittwoch beim traditionellen Neujahrsempfang für Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung. Rauterberg schreibt über einen neuen Trend hin zu den Städten und sagt, eine Stadt sei eine Stadt, wenn sie uneins bliebe, skeptisch, voller Gegensätze. Selbstzufriedenheit bedeute Provinzialität und ersticke Neugier. Auf Düren übertragen mag das bedeuten: Nur wenn weiter kontrovers und konstruktiv über die Zukunft diskutiert und gestritten wird, entwickelt sich die Stadt positiv weiter.

Den Jahresbeginn nutzt Bürgermeister Larue immer, um ein Stück zurück, aber auch nach vorne zu schauen. Was war, was bleibt wichtig? Als Schwerpunkt für 2014 nannte Larue die Familienfreundlichkeit, die Düren weiter auszeichnen soll. Die Betreuung der unter Dreijährigen in den Kitas würde ausgebaut, ebenso das pädagogische Angebot an den Offenen Ganztagsgrundschulen. Familie sei „überall da, wo Generationen füreinander Verantwortung übernehmen“, sagte Larue.

„Wir wollen das unterstützen.“ Deshalb habe Düren auch ein eigenes Jugendamt mit 150 Mitarbeitern. Als weiteren Schwerpunkt nannte der Bürgermeister den Masterplan für die Innenstadt, der bis April fertig sein soll. Klar sei, dass nicht alles 1:1 umgesetzt werden könne. Und vielleicht sei es auch wahr, dass Politik und Verwaltung den Fokus zuletzt zu stark auf den Handel allein gelegt hätten. Eine attraktive Innenstadt brauche aber auch attraktives Wohnen und ebensolche Freizeitangebote.

„Was nützen die schönsten Geschäfte, wenn niemand in der City lebt“, fragte Larue und schlug den Bogen zur Sicherheitsdiskussion, die in den vergangenen Monaten „kontrovers, aber mit einer guten Lösung“ geführt worden sei. Die Stadt setze nicht einfach nur mehr Ordnungskräfte ein. Sie verstärke auch die Zusammenarbeit mit der Polizei und baue die Straßensozialarbeit aus. Zudem werde künftig auf mehr Sauberkeit geachtet. Larue appellierte an die Bürger, auch selbst darauf zu achten, dass die City und die Stadtteile sauber bleiben.

Thema Inklusion

Wichtig, unter vielen anderen, sei auch das Thema Inklusion. Aber es reiche nicht, einfach ein Gesetz zu erlassen, ohne die Rahmenbedingungen für die Kommunen zu schaffen. Die Stadt Düren will ihre beiden Förderschulen erhalten, er hoffe, dass die Bezirksregierung dem zustimme, sagte Larue. Die Bürgewaldschule solle reine Förderschule bleiben, die Cornetzhofschule zu einer inklusiven Schule umgebaut werden und mit ein bis zwei Hauptschulen zusammenarbeiten. Larue erinnerte daran, dass die Stadt seit dem 19.Jahrhundert auf Inklusion achte, „das gehört zum Dürener Charakter“.

Der Bürgermeister spielte damit etwa auf die verschiedenen Einrichtungen für Blinde und Sehbehinderte an. Ein Chor der Louis-Braille-Schule sang am Mittwoch im Museum — und kam ohne eine Zugabe nicht aus dem Saal. Barrierefrei werde auch das Papiermuseum nach seiner Umgestaltung sein. Die Pläne würden konkreter und beinhalteten einen Schwerpunkt für Sehbehinderte und Blinde.

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