Kreis Düren: Schüler träumen von einer Medaille bei den Special Olympics

Kreis Düren : Schüler träumen von einer Medaille bei den Special Olympics

Es geht ums Dabeisein, aber auch ums Gewinnen. Das ist Kevin ganz wichtig. „Ich habe bei den Vorentscheidungen ganz knapp verloren und bin nur Vierter geworden. Es war wirklich sehr knapp. In Kiel will ich unbedingt gewinnen.“

Kevin ist 16 Jahre alt, geistig behindert, und einer von 15 Schülern der Kreis Dürener Christophorus-Schule, die sich am Samstag auf den Weg zu den Special Olympics nach Kiel machen. Die Jungen und Mädchen, die alle nur mit ihrem Vornamen in der Zeitung stehen möchten, starten in den Disziplinen Schwimmen, Badminton und Inlineskating. Das sind die Sportarten, die an der Christophorus-Schule besonders intensiv trainiert werden. Es ist das erste Mal, dass Schüler aus dem Kreis Düren zu den „Special Olympics“ fahren, Lehrerin Susanne Duis (40) hatte die Idee. „Schüler meiner Ausbildungsschule sind zu den Special Olympics gefahren. Weil damals alle sehr viel Spaß hatten, wollte ich das auch an meiner neuen Schule etablieren.“

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Bei den Landesspielen in Neuss mussten sich Kevin und seine Mannschaftskollegen im vergangenen Jahr für die Special Olympics qualifizieren. „Das war schon spannend“, sagt Pia (13), die genau wie Kevin im Badminton an den Start geht. „Wir hatten eine richtige Eröffnungsfeier mit olympischem Feuer und einer tollen Show. Das hat riesigen Spaß gemacht.“ Auch bei den Wettbewerben in Kiel gibt es eine Eröffnungsfeier. „Und alle Sportler haben einen Ausweis“, sagt Pia. „Nur wer den hat, darf zu den Wettkämpfen. Und nur mit diesen Ausweisen darf man auch an den Mahlzeiten teilnehmen.“

Wie bei allen sportlichen Wettkämpfen stehen auch bei den Special Olympics die Leistungen der Athleten im Vordergrund. Die Sportler werden entsprechend ihrer Fähigkeiten in Gruppen eingeteilt. „Die Special Olympics“ erklärt Lehrer Philipp Trauth (38), „sind offiziell vom Internationalen Olympischen Komitee zertifiziert. Genau wie die Paralympics und die Olympischen Spiele. Es gibt sehr genaue Regeln, die auch eingehalten werden müssen.“ Susanne Duis ergänzt: „Die Atmosphäre bei diesem Wettkampf ist aber auch sehr besonders. Es ist wirklich schön zu sehen, wie die Sportler sich gegenseitig anfeuern. Es entsteht eine unglaubliche Gemeinschaft.“

Gute Vorbereitung

Kevin, Pia und die anderen Athleten haben sich gründlich auf die Special Olympics vorbereitet. „Wir müssen auch die Regeln genau kennen“, sagt Kevin. „Zum Beispiel dürfen wir beim Badminton keine Bälle mehr annehmen, die ins Aus gegangen sind. Es ist nicht so einfach, sich alles zu merken.“ Die Schwimmer wie Murathan (14) haben einen Teil ihres Trainings vom Lehrschwimmbecken der Schule zum Jesuitenbad verlegt. „Wir brauchen die langen Bahnen“, sagt der Junge. „Die haben wir in Kiel auch.“ Darüber hinaus, ergänzt der Jugendliche, hätten sie im Training viel mehr Bahnen geschwommen als sonst. „Das war anstrengend, aber wir wollen ja auch gut vorbereitet sein“, erklärt Murathan.

Die jungen Athleten von der Christophorus-Schule reisen mit sechs Betreuern und zwei Fans nach Kiel, die die Qualifikation für die Special Olympics ganz knapp verpasst haben. Die Gruppe ist in einem großen Ferienhaus untergebracht. „Wir werden von der Dürener Bürgerstiftung und dem Förderverein unserer Schule unterstützt“, sagt Trauth. „Die Schüler müssen auch einen Teil der Kosten selbst tragen.“

Die beiden Lehrer sind davon überzeugt, dass ihre Schüler sehr von der Teilnahme an dem Großereignis in Kiel profitieren. „Die Teilnahme an den Special Olympics“, sagt Susanne Duis, „gibt den Jugendlichen Selbstbewusstsein, stärkt das Gemeinschaftsgefühl und fördert natürlich auch die motorischen Fähigkeiten.“ Nur wenige ihrer Schüler, so die Lehrerin, seien in einem Sportverein aktiv. Trauth: „Da ist es schon ein besonderes Erlebnis, so viele andere Athleten zu treffen.“

Die Special Olympics, so der Pädagoge weiter, würden sich vor allem auch durch eine große Fairness aller Athleten auszeichnen. „Und trotzdem“, sagt Susanne Duis, „gibt es auch bittere Niederlagen. Bei den Landeskämpfen in Neuss mussten wir schon sehr viele Tränen trocknen.“ So wie bei Kevin. Aber daran will der Badminton-Spieler jetzt gar nicht mehr denken. „Ich werde in Kiel mein Bestes geben“, sagt er. „Und hoffe, dass es für eine Medaille reicht.“

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