Nideggen: Schüler entwickeln alternatives Pumpspeicherkraftwerk

Nideggen: Schüler entwickeln alternatives Pumpspeicherkraftwerk

Die erste Reaktion von Leuten, denen die elf Schüler des Wahlpflichtfach-Unterrichts Physik und ihr Lehrer Dieter Reinartz von ihrem alternativen Pumpspeicherkraftwerk erzählten, fassten sich buchstäblich an den Kopf. Vor Ort dann, im Computerraum der Adolph-Kolping-Schule in Nideggen, konnten die Ungläubigen sich davon überzeugen, dass hinter den Ideen für den Bau eines alternativen Speicherkraftwerks machbare Realität steckt.

Lange bevor die Pläne für das Pumpspeicherkraftwerk am Rursee zu den Akten gelegt wurden, saßen die Siebt- und Achtklässler mit Dieter Reinartz zusammen und überlegten, in welcher Form sie sich beim Wettbewerb eines Energieversorgers unter dem Thema „Energiespeicherung“ bewerben könnten. Die Gruppe entschied sich für das Modell eines alternativen Pumpspeicherkraftwerks. Bunte Legosteine sollten die Bauelemente sein.

Das Speichern von Wasserkraft im Gebirge ist nichts Neues. Wo aber bleibt das Flachland? Das vorgestellte Resultat ist einfach und verblüffend: Windräder erzeugen Strom. Dieser Strom versorgt Pumpen mit Energie. Die Pumpen heben eine bis auf sechs Meter ausgekofferte Erdplatte (Betonplatte) an. Auf der Erdplatte stehende Häuser und andere Bauten werden mit gehoben. Wasser wird mit großem Druck in den entstehenden Hohlraum hineingepresst. Wasser ist in unseren Breitengraden genug vorhanden, besonders in Überschwemmungsgebieten.

Günstiger Nebeneffekt bei Überschwemmungen: Die Häuser stehen im Trockenen. Anstelle von Wasser kann auch Gas in den Hohlraum gepumpt werden. Dieser Vorgang soll sich in der Regel in Zeitlupe, kaum merklich, in der Nacht abspielen. Bei Bedarf — und das ist tagsüber der Fall — wird in der Steuerung ein Knopf oder ein Hebel betätigt, der die Erdplatte das Wasser über Turbinen wieder hinauspressen lässt. Es entsteht eine große Menge Strom, der an die Verbraucher weitergeleitet werden kann.

Das Wasser wird zurück in die Tanks geleitet, wo der Prozess von vorne beginnen kann. Diese Art der Stromerzeugung und Energiegewinnung ist in ähnlicher Form auch in stillgelegten Bergwerken möglich.

Stolz auf die Arbeit

Die Schüler sind stolz auf ihre Arbeit, hat doch vor einigen Wochen ein chinesischer Diplomingenieur bestätigt, dass diese Anlage durchaus realisierbar sei. Besucher einer Ausstellung in Dreiborn vor zwei Wochen zeigten sich ebenfalls beeindruckt.

Die Jugendlichen aus Nideggen haben etwa ein Jahr an dieser Anlage gearbeitet und sie zumindest als Modell in Funktion zeigen können. Auskunft über das Projekt erteilt die Hauptschule Nideggen.