Düren: Schüler des Stiftischen Gymnasiums machen auf Klimawandel aufmerksam

Düren : Schüler des Stiftischen Gymnasiums machen auf Klimawandel aufmerksam

Die Kunstwerke sind verpuppt. Auf den ersten Blick sieht man etwas an einer Straßenlaterne flattern — vielleicht eine Fahne oder ein halb abgerissenes Plakat? Schaut man näher hin, entdeckt man Kunstwerke zum Thema Klimawandel, die von Schülern der Q1 des Stiftischen Gymnasiums mit Kunstlehrerin Christina Bertlich und mit der Unterstützung von Künstler Hermann Josef Hack in einem zweitägigen Workshop gefertigt wurden.

Die auf Lkw-Planen gemalten Werke schmücken seit Mittwoch die Fußgängerzone in der Dürener Innenstadt. Bei dieser besonderen Open-Air-Ausstellung ist anfassen nicht nur erlaubt, sondern ausdrücklich erwünscht, wie Hack erklärt: „Es geht darum, konkret auf der Straße die Kommunikation über den Klimawandel anzuregen“, sagt er.

„Über die Verpuppung wird erste Aufmerksamkeit erfragt, weil die Menschen neugierig werden und dann vielleicht einmal genauer hingucken.“ Passanten sind außerdem dazu eingeladen, eigene Gedanken mit Permanentmarker auf den Plakaten zu verewigen.

Den Anfang machte am Mittwoch CDU-Bundestagsabgeordneter Thomas Rachel, der bei der Eröffnung der Open-Air-Ausstellung dabei war. Die Schüler, ausgestattet mit Leiern und Kabelbindern, hatten ihre Kunstwerte am Morgen in der Fußgängerzone aufgehängt. Für sie ging damit ein außergewöhnlicher Workshop zu ende.

„Mir hat besonders gefallen, wie das Projekt in den normalen Kunstunterricht integriert wurde“, sagt die 16-jährige Meret Mertens. „Es war mal etwas ganz anderes, sich quasi ohne Vorgaben kreativ auszutoben.“

Aber auch die übergreifende Thematik des Klimawandels ist den Jugendlichen wichtig. „Man sollte sich viel mehr damit beschäftigen“, findet Isabel Sack (17) und Meret fügt hinzu: „Im Alltag gerät so etwas ja oft in Vergessenheit und über die Kunst erreicht das Thema wieder mehr Menschen.“

Hack betont außerdem, wie wichtig es sei, besonders junge Menschen anzusprechen: „Wir spüren schließlich auch hier in der Region schon erste Auswirkungen des Klimawandels zum Beispiel bei den Unwettern und Überschwemmungen“, sagt er. „Die Jugendlichen betrifft es am meisten und deshalb ist es wichtig, mit ihnen über das Thema zu sprechen.“

Die Kunstwerke sind wetterfest und werden noch bis zum 15. Juni in der Innenstadt zu sehen sein, bevor sie dann weiter nach Köln wandern.

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