Schophoven: Schophovener bekämpfen den wilden Müll

Schophoven : Schophovener bekämpfen den wilden Müll

An einem schönen Frühlingstag durch die Wälder und Weiden spazieren zu gehen, ist für die meisten Menschen ein großes, dazu kostenloses Vergnügen. Es ist ein Privileg, das von einigen Andersdenkenden missachtet wird.

Alte Teppiche, Autoreifen, ausgediente Möbelstücke und Elektrogeräte entlang der Wanderwege haben mit dem Bild vom Frühlingserwachen wenig zu tun. Um die Landschaft am Tagebaurand rund um Schophoven von den in „Nacht- und Nebelaktionen“ entstandenen wilden Müllkippen zu bereinigen, findet sich alle zwei Jahre eine freiwillige „Putzkolonne“ zusammen.

Ulrich Langels, Vorsitzender der Ortsbauernschaft Schophoven, freut sich besonders über die Unterstützung der jüngsten Helfer wie Ludovic Jung (acht Jahre, linkes Bild). Einige Teilnehmer der großen Aufräumaktion rund um Schophoven präsentieren nach stundenlanger Arbeit etwas erschöpft aber mit voller Genugtuung ihre Müllausbeute. Foto: Vomberg

Unterstützt von der Gemeinde Inden, starteten zum fünften Mal die Initiatoren dieser Idee, die Jagdpächter Franz-Peter Claßen und Paul-Heinz Dolfen, mit den Mitgliedern der Ortsbauernschaft und der Jugendfeuerwehr ihren Dienst für die Umwelt. Hand in Hand mit Schaufeln und Müllsäcken befreiten 25 Frauen und Männer, Mädchen und Jungen rund 200 Hektar Wald- und Feldflächen von allem, was dort nicht hingehört.

Das Volumen des zehn Kubikmeter großen Müllcontainers wurde am Ende restlos ausgeschöpft. Den Container und die Entsorgung des Unrats übernahm RWE Power. Viele Autoreifen mit und ohne Felgen sowie zehn Müllsäcke voller Pfandflaschen und Aluminiumdosen bedurften einer Sonderentsorgung beziehungsweise Recyclingmaßnahmen.

Mit Entrüstung sprach der Vorsitzende der Ortsbauernschaft, Ulrich Langels, von einigen extrem skandalösen Funden. Neben den Baustellenabfällen, meterlangen Kabelresten, Gummischläuchen und Plastikteilen, die beinahe schon zu den „alltäglichen Hinterlassenschaften“ gehören, fand man auch leere und volle Ölkanister sowie frische Schlachthofabfälle.

In Anbetracht dieses verantwortungslosen Handelns freute sich Josef Wirtz besonders über das große Engagement der jungen Feuerwehrmitglieder. Der CDU-Politiker, bis 2017 Landtagsabgeordneter in Düsseldorf, ist mit seinem Geburtsort stark verbunden. „Bei den Aufräumaktionen bin ich immer dabei. So etwas stärkt das Gemeinschaftsgefühl“, sagt er und fügt hinzu, „die jungen Leute von der Feuerwehr, die packen so richtig mit an“.

(mavo)