Düren: Schon 27 Taubenpaaren die Eier weggenommen

Düren: Schon 27 Taubenpaaren die Eier weggenommen

Das Taubenhaus auf dem Bürgerbüro zeigt langsam Wirkung. Die ersten Paare haben bereits in dem Blechbeschlag hoch über der Dürener City gebrütet. Was die Vögel nicht ahnen: Jakob De Vries, der den Taubenschlag betreut, nimmt ihnen die Eier weg und tauscht sie gegen Imitate aus.

De Vries hat so bereits 27 Eier aus dem Verkehr ziehen können. Entsprechend weniger Wildtauben hinterlassen jetzt ihren Kot auf dem Gehwegpflaster und auf den Hausbalkonen.

Es ist nicht so leicht, die sehr scheuen Wildtauben an das Blechhaus auf dem Dach des Bürgerbüros zu gewöhnen. Deshalb musste De Vries den Container anfangs noch etwas umgestalten. Eingebaut waren schmale Einlass-Luken, die mit Plastik-Schiebern verschlossen werden konnten. Die Öffnungen waren viel zu klein, die Schieber funktionierten nicht. Die Tauben im Inneren fanden den Auslass nicht und flogen ständig gegen die Kunststoffscheiben. De Vries nahm daraufhin einen Teil der Vorderfenster weg.

Fast täglich steigt der 59-Jährige über die schmale Treppenleiter aufs Dach, um die Tauben anzufüttern. „Bislang habe ich Weizen gefüttert, jetzt werde ich die Tiere an Mais gewöhnen”, so De Vries. „Mais sättigt im Winter besser.” Der Taubenexperte befüllt die Futterspender im kleinen Häuschen, verstreut aber auch eine Handvoll außen herum. Um auch besonders scheue Tiere anzulocken.

Die mit etwas Stroh befüllten Tonschüsseln in den 42 Boxen dienen den Tauben als Brutplatz. Insgesamt 30 Eier haben die Tauben inzwischen dort abgelegt. 27 tauschte De Vries gegen Kunststoffeier aus, drei ließ er anfangs ausbrüten: „Damit durch das Piepen der Jungen weitere Tauben angelockt werden.” Während De Vries dies oben auf dem Dach im Gespräch mit den „DN” berichtet, kreist ein Schwarm von etwa 80 Tauben über dem Marktplatz. De Vries ist sich sicher: „Die haben mich gesehen und wissen, dass es jetzt neues Futter gibt.”

Den richtigen Effekt erwartet De Vries für das kommende Frühjahr. Wenn sich die Futterstelle bei allen Tauben herumgesprochen hat und die Brutzeit beginnt. 42 Weibchen können, wie erwähnt, gleichzeitig im Taubenhaus brüten. Allerdings werden sie stets von ihren Männchen begleitet. Für die wird De Vries noch Sitzgelegenheiten im Haus anbringen. Für ihn ist jetzt schon klar: „Das Taubenhaus hätte ruhig etwas größer sein können.” Womöglich müsse man im kommenden Jahr anbauen.

Eher kontraproduktiv sei natürlich, dass direkt vor dem Taubenhaus noch die Elektrodrähte verlaufen, die früher zur Abwehr von Vögeln gespannt worden waren. Tauben, die einen Elektroschlag verpasst bekommen, würden das Haus natürlich längere Zeit meiden. Die Drähte müssten deshalb abseits vom Taubenhaus enden, so De Vries.

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