Schöffengericht Düren: Kreuzauer hat 16 Waffen im Partykeller

Vor Gericht : Steuerfahnder finden 16 Waffen im Partykeller

Bei einer Hausdurchsuchung finden Steuerfahnder ein illegales Waffenarsenal im Keller eines Kreuzauers. Die Zollbeamten kamen unangemeldet, denn sie waren von der Steuerfahndung.

Ende Juni 2017 hatten sie einen damals 66 Jahre alten Geschäftsmann aus Kreuzau im Visier. Doch ihre Hausdurchsuchung lief offenbar ins Leere, das Verfahren wurde, wie der Anwalt des Mannes vor dem Dürener Schöffengericht berichtete, eingestellt.

Dass die damalige Durchsuchung dennoch zu einem Strafverfahren führte, lag daran, dass die Zollfahnder im Partykeller der Familie 16 Waffen fanden, die dem Hausherrn gehörten, für deren Besitz er jedoch keine Erlaubnis hatte. Die Beamten vom Zoll riefen die Kreuzauer Polizei hinzu, die wiederum entschied, dass dieser Fund eine Sache für die Waffen-Experten sei. Wie richtig sie damit lagen, zeigte sich ziemlich schnell, denn zu den sichergestellten Asservaten gehörten auch zwei vollautomatische Maschinenpistolen aus ehemaligen Militärbeständen. Deren unerlaubter Besitz verstößt gegen das Kriegswaffen-Kontrollgesetz und wird mit Freiheitsstrafen zwischen einem und fünf Jahren geahndet.

Der inzwischen 68-jährige Kreuzauer Rentner gab sich vor dem Schöffengericht rundum geständig. In den 1970er Jahre habe er als Mitarbeiter in der Firma seines Vaters bei einer Hausentrümpelung einige Waffen gefunden und behalten. Er habe zwar hin und wieder daran gedacht, die Sachen ordnungsgemäß bei der Polizei abzugeben, dies aber immer wieder versäumt.

Der Angeklagte bezeichnete sich selbst als Sammler und räumte ein, im Laufe der Jahre weitere Waffen zu Dekorationszwecken für seinen Partykeller angeschafft zu haben. Er habe sich sogar einen speziellen Waffenschrank zugelegt. Ihm sei es lediglich darum gegangen, die Stücke zu besitzen. Er habe „nie damit geschossen“. Die Vorsitzende Richterin Christina Lange machte ihm klar, dass ohne Erlaubnis der bloße Besitz funktionierender Waffen verboten ist. Das gelte ganz besonders für solche Kriegswaffen.

Das Schöffengericht verurteilte den bislang unbescholtenen Mann zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und sechs Monaten. Es folgte damit dem Plädoyer der Staatsanwältin, die schon wegen der Anzahl der beschlagnahmten Asservate nicht mehr von einem minderschweren Fall sprechen wollte. Zu den Bewährungsauflagen gehört die Zahlung von 600 Euro an die Organisation „Ärzte ohne Grenzen“.

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