„Schmedter Grieläächer" gehen mit einem Dreigestirn in die Session

„Schmedter Grieläächer“ proklamieren ihre neuen Tollitäten : Dreigestirn feiert „op kölsche Art“

In Schmidt wird es jedes Mal streng geheim gehalten, wer als neue Tollität die Herrschaft über die Narren übernehmen wird. Auch diesmal rätselte nahezu das ganze Dorf, wen die KG „Schmedter Grieläächer“ wohl proklamieren würde. Das Geheimnis wurde im proppenvollen Saal des Schützenhof gelüftet.

Schon um 18 Uhr begannen die Feierlichkeiten, denn den Rahmen für die Inthronisation bildete die Sessionseröffnung der Stadt Nideggen. So waren alle Karnevalsvereine aus dem Stadtgebiet geladen, darüber hinaus befreundete Gesellschaften, und schon bald herrschte drangvolle Enge. Auch Bürgermeister Marco Schmunkamp hatte sich unter das närrische Volk begeben, er überreichte später die Insignien der Macht an die Auserwählten.

Die „Burgjecke“ aus Nideggen, die KG Wollersheim und Rot-Weiß Abenden sowie die KG „Berger Grieläächer“ hatten flotte Tänze und Stimmungsmusik im Gepäck. Aber auch die Gastgeber zeigten, was sie können: Die Mädchen der Jugendgarde wirbelten über die Bühne mit jugendlichem Charme; die Juniorengarde der Schmidter KG beeindruckte als durchtrainierte Truppe, ein anspruchsvoller Tanz gelang tadellos.

Die Vossenacker „Elsspechte“ boten eine originelle Choreografie zu „Unter dem Meer“; mit Bässen, die im Bauch kitzelten. Dann erstürmten die „Jrömmele“ aus Drove die Bühne. Jung, quirlig und fast ohne Bodenhaftung tanzte das Mariechen der KG Froitzheim. Es heimste stürmischen Applaus ein.

Die Spannung stieg, alle Augen waren zum Saaleingang gerichtet, da hüpfte ein flinker, gelenkiger Page herein: Frank Stollenwerk aus dem Ortsteil Froitscheidt. Grazil schritt die neue Jungfrau herein: Ewald Wirtz. Ihm folgte der Bauer, Günter Virnich; und das Freudengeschrei wollte nicht enden, als der neue Prinz, Ronny Weise, erschien.

Der Präsident stellte das Dreigestirn vor: Jungfrau Edwina I. (59 Jahre) leitet eine Malerfirma, er ist bekannt als Fußballfan und guckt jedes Spiel des TuS Schmidt, wobei er manchmal bessere Regeln als die des Schiedsrichters kennt. Bauer Günter I. (54) ist ein „Holzwurm“ und absoluter Frühaufsteher, leidenschaftlich setzt er sich für seinen Schreinereibetrieb und seine Mitarbeiter ein. Prinz Ronny I. (37 Jahre) hat eine Frau, zwei Töchter und einen Streichelzoo. Er leitet eine Baufirma und die Alte-Herren-Abteilung des TuS Schmidt. Als Motto für die Session verkündete er „Et hät noch kenem jeschaad ze fiere op kölsche Art“; er freut sich auf närrisches Treiben in Rot-Weiß. Das „Viergestirn“ sang „Für die Iwigkeit“, gab eine sehenswerte Kostprobe seines Tanztalents und genoss den Jubel der närrischen Untertanen.

Es folgten noch ein paar karnevalistische Kracher, und das „Herrengedeck“ setzte den krönenden Schlusspunkt.

(ale)
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