Schlosskonzert mit arabischer Laute

Schlosskonzert : Eine musikalische Reise in den Orient

Musik verbindet wie kaum eine andere Kunst. Das jüngste Burgauer Schlosskonzert der Cappella Villa Duria hat dies in Zusammenarbeit mit dem Verein „Kultur ohne Grenzen“ eindrucksvoll gezeigt

Raed Khoshaba, Gernot Gingele und Christiane Voth ließen am Sonntagabend Oud (arabische Laute), Harfe und (spanische) Gitarre in einen musikalischen Dialog treten, der den Zuhörern ganz im Sinne des Vereins die musikalischen Kulturen näherbrachte, eine Verbindung herstellte.

Im Mittelpunkt des Dialogs standen Werke des irakischenOud-Spielers und Komponisten Jamil Bashir (1921 bis 1977), der in Bagdad Musik studiert hat und Anfang der 1970er Jahre einige Kompositionen für Oud und Gitarre schrieb, die heute zu den großen Werken der arabischen Musikgeschichte zählen. Ein Beispiel ist „Ayam Zaman“ (Die vergangenen Tage), das auf Melodien basiert, die Bashir den Schilderungen Gernot Gingeles nach in seiner Kindheit in den Kaffeehäusern Bagdads hörte.

Obwohl die Harfe nicht zu den traditionellen arabischen Instrumenten gehört, harmonierte sie perfekt mit Oud und Gitarre.
Die Idee, verschiedene Kulturen und Musikschulen zusammenzubringen, faszinierte den Musiker Raed Khoshaba mehr als drei Jahrzehnte nach dem Tod Bashirs so sehr, dass er mit Gernot Gingele und Christiane Voth Werke Bashirs Werke neu belebte und speziell für dieses Trio eigene Stücke komponierte.

Die drei Musiker nahmen die Zuhörer mit auf eine musikalische Reise in eine vertraut-unbekannte Welt, in der es viel zu entdecken gab, viele Einflüsse zu identifizieren gab. Getrieben von der flexiblen und ausdrucksstarken arabischen Laute ließen sich die Zuhörer träumerisch auf dem Klangteppich forttragen.

Ein schönes Detail – oder ein kitschiger Wunsch? – wäre gedämmtes Licht gewesen, mehr Kerzen statt Leuchtstrahler. Ein Hauch der Atmosphäre der Kaffeehäuser Bagdads, die Gitarrist Gernot Gingele zu Beginn des Abends beschrieben hatte.

(sj)
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