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Bezirksregierung untersagt Aufnahmeverfahren 2021: Schlechte Nachricht für Sekundarschul-Standort Nideggen

Bezirksregierung untersagt Aufnahmeverfahren 2021 : Schlechte Nachricht für Sekundarschul-Standort Nideggen

Am Sekundarschul-Teilstandort Nideggen soll es laut Bezirksregierung 2021 kein Aufnahmeverfahren mehr geben. Der Grund dafür sind zu geringe Anmeldezahlen. Die Verantwortlichen in Nideggen und Kreuzau wollen das verhindern.

Noch vor den Ferien erreichte die Verantwortlichen des Sekundarschulverbandes Kreuzau/Nideggen keine gute Nachricht. Die Bezirksregierung in Köln hat für den Standort Nideggen zwar letztmalig eine einzügige Eingangsklasse für das Schuljahr 2020/21 genehmigt, ein weiteres Aufnahmeverfahren im Sommer 2021 aber untersagt.

„Aufgrund geringer Anmeldezahlen am Teilstandort Nideggen wird (...) zum dritten Mal innerhalb von vier Jahren keine reguläre Klassenbildung möglich sein. Auch die Prognosezahlen für die kommenden fünf Schuljahre lassen nicht erwarten, dass die Mindestgröße zukünftig sicher erreicht werde“, heißt es im Brief der Bezirksregierung an den Kreuzauer Bürgermeister Ingo Eßer (CDU), der Vorsteher des gemeinsamen Schulverbandes ist. Die Behörde stützt ihre Argumentation darauf, dass „die von Ihnen zugrunde gelegten Übergangsquoten in der Vergangenheit nicht erreicht wurden“.

Der Schulverband wird aufgefordert, „schulorganisatorische Maßnahmen“ zu ergreifen, ein Anmeldeverfahren am Teilstandort Nideggen wird für das „kommende Schuljahr nicht zugelassen“. Die Mindestgröße für den Teilstandort sieht zwei Klassen (Züge) mit mehr als 40 Kindern vor. Im nun startenden Schuljahr sind in Nideggen aber nur 24 Kinder (Vorjahr 44).

Die Wertung der Bezirksregierung bleibt weder vom Schulverband noch von der Stadt unwidersprochen. „Da aus Sicht der Schulverwaltung der Standort Nideggen nicht einfach aufgegeben werden soll, ist beabsichtigt, die Bezirksregierung um einen Beratungstermin zu bitten“, informiert Verbandsvorsteher Ingo Eßer die Verbandsversammlung. Bei diesem Gespräch soll erörtert werden, unter welchen Voraussetzungen weiterhin eine „ortsnahe Schule der Sekundarstufe I“ erhalten werden kann. Eßer gegenüber unserer Zeitung: „Ich finde es unverständlich, einen gut ausgestatteten Schulstandort jetzt in Gefahr zu bringen.“ Die Mitteilung aus Köln sei nicht automatisch gleichbedeutend damit, dass der Schulbetrieb in Nideggen auslaufe oder eine Einrichtung geschlossen werde.

Der Verband und die Spitzen beider Kommunen, natürlich auch der Nideggener Bürgermeister Marco Schmunkamp (parteilos), müssten nun nach dem Termin in Köln beraten, was möglich ist und was nicht. In anderen Verbünden – zum Beispiel an der Gesamtschule Merzenich/Niederzier – gibt es bekanntlich das Modell, dass bestimmte Jahrgänge auf die beiden Standorte aufgeteilt werden. Das ist aber nur ein Beispiel.

Carola Gläser, Finanzleiterin im Nideggener Rathaus, vertraut auf die Strategie des Schulverbandes und der beiden Verwaltungschefs. Sie führt als Argument an, dass die künftigen Jahrgänge in Nideggen deutlich stärker seien und damit auch mehr Anmeldungen an der Sekundarschule zu erwarten sind. Außerdem sei in unmittelbarer Nähe zum Schulzentrum ein ziemlich großes Baugebiet geplant.

Von politischer Seite gibt es bislang nur eine Bewertung. Die Fraktion Menschen für Nideggen (MfN) stellt auf ihrer Homepage, auf der auch über die jüngste Einschätzung der Bezirksregierung berichtet wird, aus ihrer Sicht fest: „In Nideggen läuft die Sekundarschule aus.“ Die Fraktion war seinerzeit für den Erhalt von Real- und Hauptschule und hatte 1200 Unterschriften gesammelt. Sie sieht sich in ihren damaligen Befürchtungen bestätigt, auch wenn sie dem Sekundarschul-Kollegium „hervorragende Arbeit“ attestiert. Sich über den Elternwillen hinwegzusetzen, sei alles andere als klug gewesen.