Mariaweiler: Schimmel wird nun angepackt, Mieterin im Plattenbau Olefstraße zieht dennoch aus

Mariaweiler : Schimmel wird nun angepackt, Mieterin im Plattenbau Olefstraße zieht dennoch aus

Ab Februar haben die unzumutbaren Zustände für Monika Aydogmus ein Ende: Sie zieht aus der seit Mitte 2017 von Schimmel befallenen Wohnung an der Olefstraße 46 aus. Infolge unseres Berichtes hatten sich mehrere Wohnungseigentümer mit Angeboten bei der 53-Jährigen gemeldet, die wegen des beißenden schwarzen Schimmels Medikamente schluckt.

Die Mieterin und ihre Nachbarn hatten nach eigenen Aussagen seit einem halben Jahr vergeblich versucht, die Eigentümerfirma ICR mit Sitz in Berlin und deren Mietverwaltung Adler in Oberhausen, die beide zum selben Firmengeflecht gehören, zur Beseitigung der Schäden zu bewegen. Diese waren nach einem Wasserschaden im zweiten Obergeschoss entstanden.

Schimmel im Badezimmer: Über dem Duschraum perlt die Wandfarbe ab, der Raum hat auch kein Fenster zum Lüften. Foto: Rose

Nachdem die Pressestelle von Adler — ebenfalls mit Sitz in Berlin — zwei Anfragen Ende 2017 und Anfang 2018 noch unbeantwortet ließ, reagierte sie am Freitag: Man sei „eigentlich nicht der richtige Ansprechpartner“, sondern die Kreuzauer Wohnungseigentümergemeinschaft WIM GmbH, die das Haus „im Namen aller Eigentümer verwaltet“. Auch der Kontakt mit den Mietern laufe über die WIM.

Die wiederum sieht Adler ebenso in der Pflicht und teilte am Freitag mit, dass ab Montag die Arbeiten in den Wohnungen beginnen, die von dem Schaden im zweiten Stock betroffen sind. Familie Aydogmus lebt noch im ersten Stock. Der Mieter der Wohnung mit dem Wasserschaden hatte nach Angaben von Adler aus Oberhausen und WIM erst eine beauftragte Firma nicht in die Wohnung zur Behebung des Schadens gelassen und sei dann verzogen und unerreichbar gewesen.

Seit dem 4. Januar haben die Eigentümer wieder die Schlüssel zu jener Wohnung. Der Schaden an dem Wasserrohr konnte laut WIM jedoch nicht umgehend repariert werden, da das beschädigte Material von Asbest belastet war. Für solche Arbeiten ist eine spezielle Genehmigung nötig. Der Schaden im Badezimmer der besagten Wohnung liege bei mindestens 25.000 Euro.

Ungeklärt bleibt, wie sich die Zustände in den Wohnungen über Monate derart entwickeln konnten.

(cro)
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