Wasserverband Eifel-Rur: Sauerstoff für die Fische in der Rur

Wasserverband Eifel-Rur : Sauerstoff für die Fische in der Rur

Dem Wasserverband Eifel-Rur ist bei Messungen aufgefallen, dass in der Urfttalsperre ab einer Wassertiefe von zehn Metern bis zum Grund praktisch kein gelöster Sauerstoff mehr im Wasser nachweisbar war.

Ein solcher Zustand trat zum ersten Mal seit Beginn der Messungen im Hitzesommer 2003 auf. „Ursache für die Sauerstoffarmut war die seit April nahezu ununterbrochen starke Sonneneinstrahlung. Diese führt mit den hohen Temperaturen zu erhöhten biologischen Umsetzungsprozessen.

Dadurch wurde der im Wasser gelöste Sauerstoff in der Tiefe der Talsperre verbraucht“, heißt es in einer Mitteilung. Im August waren die Werte noch in Ordnung. Das Problem: „Da am Tosbecken der Rurtalsperre zurzeit Arbeiten zur Stabilisierung der Tosbeckenschwelle durchgeführt werden, wird aus dieser Talsperre zurzeit kein Wasser abgegeben; die Rur wird im Moment nur mit dem nahezu sauerstofffreien Wasser der Urfttalsperre beschickt.

Zudem ist wegen der genannten Arbeiten auch das Staubecken Heimbach selbst stark abgesenkt. Dadurch können für Fische kritische Bedingungen auftreten“, erklärt der Verband. Er habe deswegen Maßnahmen ergriffen, um den Sauerstoffgehalt im Wasser im Staubecken Heimbach wieder zu erhöhen. So wurden Oberflächenbelüfter installiert, die Wasser ansaugen und wie ein kleiner Springbrunnen nach oben drücken. Hinzu kommen zwei Pumpen, die das Wasser aufwirbeln, wodurch ebenfalls Luft eingetragen wird.

Eine Art Rührwerk

Ebenso wurden sogenannte Wendelbelüfter am Auslauf des Kraftwerks und an einer Steganlage installiert. Dabei handelt es sich um eine Art auf Schwimmkörpern montierte Rührwerke, die Luft in das Wasser einwirbeln. Der WVER konnte diese Belüfter aus eigenen Kläranlagenbeständen zur Verfügung stellen, wo sie zur Verbesserung des Lufteintrags in Belebungsbecken genutzt werden.

Ein zusätzlicher Lufteintrag erfolgt dadurch, dass das Wasser aus dem Staubecken über die Wehrklappen abgelassen wird und damit in den Unterlauf der Rur stürzt. „Die Maßnahmen haben bewirkt, dass der Sauerstoffgehalt positiv beeinflusst wurde“, teilt der WVER mit. Unterhalb des Beckens seien die Sauerstoffwerte auch in der Rur angestiegen, so dass dort für Fischen keine Gefahr mehr drohe.

Nach dem kurzfristig bevorstehenden Abschluss der Arbeiten am Tosbecken der Rurtalsperre wird zudem wieder sauerstoffreiches Wasser aus dieser Talsperre in das Staubecken Heimbach und damit den Unterlauf der Rur eingeleitet.