Düren: Sanierung: 480 neue Fenster für das Rathaus

Düren: Sanierung: 480 neue Fenster für das Rathaus

So ganz hat Dürens Tiefbauamtsleiter Helmut Harperscheidt die Hoffnung noch nicht aufgegeben. Rund 1,6 Millionen Euro muss die Stadt allein im Bereich der Betonsanierung am Dürener Rathaus ausgeben. Rund 1000 Betonstützen sind es, die bei einer Sanierung in den 1970er Jahren ummantelt worden waren — aus heutiger Sicht mit fatalen Folgen.

Die damals aufgebrachte Beschichtung an den Tragsäulen des monumentalen Baus war nicht dampfdurchlässig. Drang Wasser in den Beton ein, konnte es nicht wieder austreten. Die Folge: Korrosion. „Die Beschichtung ist leider dichter, als wir das nach den ersten Untersuchungen erhofft hatten“, stellt Harperscheidt nun fest.

Damit keine weiteren Korrosionsschäden wie Abplatzungen auftreten, muss die Beschichtung an den Säulen also entfernt werden — das verursacht die hohen Kosten. Genau das will Harperscheidt allerdings möglichst vermeiden: „Wir suchen nach Lösungen, die Beschichtung nicht überall entfernen zu müssen. Wir wollen da noch Kosten einsparen.“

Auch wenn die Betonsanierung in dieser Intensität nicht eingeplant war, ist es Harperscheidt bisher gelungen, den vorgesehenen Zeitplan einzuhalten. „Ich gehe davon aus, dass wir wie geplant in einem Jahr umziehen“, prognostiziert er. „Im Moment sind wir massiv dabei, die notwendigen Aufträge zu vergeben.“ So hat zum Beispiel den EU-weit ausgeschriebenen Auftrag für die Elektroarbeiten in Höhe von 1,5 Millionen Euro ein Dürener Unternehmen ergattert.

Vergeben sind auch die Aufträge für die Elektrotechnik (550.000 Euro), Sanitäranlagen (240.000 Euro) und weitere Rohbauarbeiten (230.000 Euro). Kurz vor der Vergabe steht auch der Auftrag für die neue Heizungsanlage (1,2 Millionen Euro). Äußerst ehrgeizig ist der Plan, ab November die rund 480 neuen Fenster im Rathaus zu verbauen.

„Acht bis zehn Fenster wird die Firma am Tag schaffen können“, schätzt der Tiefbauamtsleiter, damit wäre man also zwei Monate bis Januar beschäftigt. „Das Unternehmen aus Süddeutschland ist sehr zuverlässig“, sagt Harperscheidt und rechnet nicht mit Verzögerungen, auch wenn die eingebauten Fenster bei Temperaturen unter fünf Grad Celsius nicht eingeschäumt bzw. danach versiegelt werden können.

November bis Januar sind also nicht unbedingt die günstigste Zeit für diese Maßnahmen. Aber: Vor dem Austausch der Fenster mach der Innenausbau nur begrenzt Sinn, zum anderen versucht Harperscheidt alles, um sich von der Außentemperatur weitestgehend unabhängig zu machen.

„Wir werden mit einer Beheizung im Gebäude sicherstellen, dass wir auch in den Wintermonaten permanent 10 bis 12 Grad im Gebäude haben werden“, erklärt Harperscheidt. Und ein bisschen schützt natürlich auch die Verhüllung des Gebäudes. „Es ist ein hartes Programm, aber wir liegen voll im Zeitplan“, sagt Helmut Harperscheidt.

(bugi)
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