Düren: Rurtalbahn: Fahrgäste stehen weiter im Regen

Düren: Rurtalbahn: Fahrgäste stehen weiter im Regen

Rurtalbahn-Geschäftsführer Achim Schmitz will sich nicht mal mehr festlegen. Im Dezember 2013 war Schmitz noch davon ausgegangen, dass im Sommer 2014 die Übertragung des Geländes vom Dürener Nordbahnhof an die Beteiligungsgesellschaft des Kreises Düren abgeschlossen sein wird. Ein halbes Jahr später sagt Schmitz nun das.

„Aufgrund der Komplexität des Verfahrens dauert die Bearbeitung bei der DB Netz AG noch an. Eine sichere Zeitschiene kann aus unserer Sicht nur nach Abschluss des Planänderungsverfahren genannt werden.“ Das hat Folgen. Zum Beispiel für die Fahrgäste, die von Düren aus mit der Rurtalbahn nach Jülich oder Linnich wollen.

Sie müssen weiter auf Gleis 23 bei Wind und Wetter auf den Zug warten, weil dort ein Unterstand fehlt. „Wir sind leider nicht in der Lage, die allseits gewünschten Verbesserungen im Bahnhof Düren Nord auf fremden Grund und Boden umzusetzen“, bedauert Schmitz und reicht den „schwarzen Peter“ an die Bahn weiter. Dabei hatte Schmitz schon im Dezember verkündet, dass man mit der Deutschen Bahn „eine grundsätzliche Einigung“ über den Verkauf des Geländes erzielt habe. Die Bahn würde den kompletten Nordbahnhof an die Beteiligungsgesellschaft des Kreises (BTG) verkaufen, die wiederum das Gelände an die Rurtalbahn verpachten würde.

Problematisch sind derzeit offenbar immer noch zwei Themen: Eine von der Bahn abgebaute Weiche, die früher für die Anbindung an das westliche Streckennetz gesorgt hat. Die Strecke sicherte zudem eine Nordumfahrung. Zwar war die Bahn schon 2007 per Gerichtsbeschluss aufgefordert worden, die Weiche wieder einzubauen, umgesetzt wurde es allerdings nie.

„Die Bahn will die Weiche erst dann einbauen, wenn sie für ein 3. Gleis oder die Nordumgehung nötig ist“, erklärte BTG-Geschäftsführer Guido Emunds am Donnerstag. Für ihn ist das ein Risiko-Faktor, schließlich könnte die Notwendigkeit erst dann eintreten, wenn die BTG Eigner der Flächen ist und dann selbst für die Kosten aufkommen muss. Hinzu kommt, dass die mögliche Nordumgehung noch elektrifiziert werden muss. Das alles müsse im Planänderungsverfahren geregelt sein, so Emunds. Und das dauert. Und führt nebenbei auch dazu, dass sich die Planungen für die so genannte Nordtangente, also die B399n, ebenfalls weiter verzögern könnten.

Die Straße, die seit über 30 Jahren in der Planung ist, soll in Höhe der Eisenbahnstraße auf die B56 stoßen und teilweise über Gelände des Nordbahnhofs geführt werden. Hierfür gibt es zwar einen Korridor, aber die genaue Trasse muss noch festgelegt werden, auch um zu klären, ob Bahnanlagen betroffen sind. Die Verhandlungen mit der Bahn gestalten sich aber schwierig, wie jüngst Baudezernent Paul Zündorf auf Anfrage erklärte.

Die Bahn selbst hält sich bedeckt.

Mehr von Aachener Nachrichten