Düren: Rütger-von-Scheven-Straße: 280 Wohnungen gehen an GmbH aus Essen

Düren : Rütger-von-Scheven-Straße: 280 Wohnungen gehen an GmbH aus Essen

Das Essener Unternehmen Vivawest Wohnen GmbH hat in Düren zum 1. März 280 Wohnungen der Deutschen Invest Immobilien GmbH (DII) mit Sitz in Wiesbaden übernommen. Es handelt sich dabei um einen Gebäudekomplex in der Rütger-von-Scheven-Straße. „Die Wohneinheiten passen zu unserem Portfolio“, erklärte am Donnerstag Katrin-Julia Lamprecht von Vivawest auf Anfrage.

Das Unternehmen gilt mit mehr als 120.000 Wohnungen als einer der führenden Wohnungsanbieter in NRW. Auswirkungen für die Mieter soll der Verkauf keine haben. Katrin-Julia Lamprecht: „Für sie wird sich nichts ändern.“

Die DII hatte die 280 Wohnungen 2011 erworben und anschließend rund zehn Millionen Euro in die Modernisierung der Häuser investiert. Das war bei den Mietern, die sich in der Mietergemeinschaft „An der Rur“ zusammengeschlossen hatten, nicht nur auf Gegenliebe gestoßen, weil die Mieten danach explodierten. Zahlte man vor der Modernisierung im Schnitt 3,80 Euro je Quadratmeter, forderte die DII anschließend mehr als sieben Euro.

Befürchtung nicht bestätigt

Die Mietergemeinschaft befürchtete einen Verdrängungsprozess insbesondere der Leistungsempfänger, die in den Wohnblöcken leben. Unter Vermittlung der Stadt konnte damals allerdings ein Kompromiss erzielt werden, der für die Altmieter eine maximale Miethöhe von 5,50 Euro festlegte — allerdings auch nur für zwei Jahre. Anschließend wurde in einer weiteren Vereinbarung geregelt, dass die Miete zwei Jahre lang maximal um drei Prozent steigen darf. „Diese Regelung ist inzwischen ausgelaufen“, erklärte Elisabeth Caenen von der Mietergemeinschaft.

Die Befürchtungen der Vergangenheit haben sich nach Auskunft von Karl-Josef Cranen von der Dürener Job-com bisher nicht bestätigt: „Eine Verdrängung war bisher nicht festzustellen. Im Gegenteil: Die Zahl der Haushalte mit Transferleistungen ist in diesem Bereich höher, als noch vor drei oder vier Jahren.“ Ob das unter dem neuen Eigentümer so bleiben wird, werden neben der Mietergemeinschaft auch die Job-com und das Sozialamt der Stadt Düren im Blick haben.

Immerhin bestätigte am Donnerstag der Sprecher des Unternehmens, Thomas Wels: „Derzeit planen wir keine Mietererhöhungen.“ Auch im Zusammenhang mit den erfolgten Modernisierungsmaßnahmen habe man „keine Pläne für Mietanpassungen“.

(bugi)
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