Langerwehe: Restauration von Schloss Merode noch nicht abgeschlossen

Langerwehe: Restauration von Schloss Merode noch nicht abgeschlossen

Der 19. Juni 2000 war der heißeste Tag im Kreis Düren seit fast vier Jahrzehnten. Und es war ganz sicher auch einer der schwärzesten Tage im Leben von Prinz Charles-Louis de Merode und seiner Familie.

Am 19. Juni 2000 hat es auf Schloss Merode gebrannt. Der Dachstuhl wurde völlig zerstört, über 1500 Liter Löschwasser pro Minute taten ihr Übriges. Der Gesamtschaden belief sich damals auf über zehn Millionen Mark. Das meiste hat zwar mittlerweile - auch nach einer langwierigen gerichtlichen Auseinandersetzung über drei Instanzen - die Versicherung bezahlt, aber auch die Prinzenfamilie steht immer noch vor einem riesigen Berg von Kosten. Prinz Charles-Louis de Merode: „Wir mussten im gesamten Schloss neue Strom- und Wasserleitungen legen. Es sind große Risse im Gemäuer aufgetreten, und wir hatten erhebliche statische Probleme.”

All das waren keine Brandschäden, deswegen muss die Prinzenfamilie hierfür selbst aufkommen. „Drei, vier Jahre werden die Arbeiten ganz sicher noch dauern”, so Prinz Charles-Louis. „Teile der Fassade müssen noch restauriert werden, im Schlossinneren sind erst rund 30 Prozent der Arbeiten abgeschlossen. Und wir brauchen pro Jahr um die 250.000 Euro.” Es gibt Mittel vom Regierungspräsidium Köln und von der Stiftung Denkmalschutz.

Etwa die Hälfte des Geldes muss die Prinzenfamilie mit Hilfe des Fördervereins Schloss Merode aber selbst aufbringen. Eine Menge Geld, zumal die landläufige Meinung, dass Adelige automatisch auch reich und vermögend sind, natürlich nicht stimmt. „Ich arbeite als Verleger in Brüssel und muss für mein Geld arbeiten wie alle anderen auch.”

Trotzdem versucht die Prinzenfamilie natürlich alles, das Schloss wieder in einen Top-Zustand zu versetzen. Seit 1174, also 836 Jahre, ist das alte Gemäuer in Familienbesitz. „Das ist unser Zuhause”, so Prinz Charles-Louis, dessen Familie weitläufig sogar mit dem belgischen Königshaus verwandt ist. „Ich bin belgischer Rheinländer. Mein Ursprung ist hier. Meine fünf Kinder sind hier aufgewachsen. ” In dem Schloss, so der Prinz, seien einfach seine Wurzeln. „Es ist Teil meiner Geschichte. Natürlich war es irgendwie auch eine verrückte Entscheidung zu restaurieren. Aber das hätte jeder getan. Nicht nur, weil Adel verpflichtet. Ich fühle mich dem Schloss nach der Katastrophe noch stärker verbunden als vorher.”

Um die nötigen Gelder zusammen zu bekommen, gibt es seit dem vergangenen Jahr zwei große Märkte im Meroder Schlossgarten, einen im Frühjahr und einer an Weihnachten. Weit über 30.000 Besucher haben seinerzeit das Gelände bevölkert, allein bei dem Markt im Frühjahr sind um die 25.000 Euro für das Schloss erwirtschaftet worden. Der Prinz: „Hier war immer viel los. Seit 1974 feiern wir hier die Meroder Maifeste. Es gibt Konzerte, die Schlosskapelle ist für die Öffentlichkeit zugänglich. Wir sind Teil dieses Ortes.” Das wurde auch deutlich, als der schlimme Brand passiert ist.

„Es ist toll, wie sehr uns seitdem die Menschen unterstützt haben. Das gibt Kraft.” Kraft, die Prinz Charles-Louis, seine Frau Clothilde und Sohn Charles-Adrien gut gebrauchen können. Bis zum Ende der Renovierungsarbeiten gibt es noch viel zu tun. „Wenn alles fertig ist”, so der Prinz, „wollen wir auch noch die fehlende Zwiebel auf den einen Turm setzen. Dann ist alles perfekt.”

Mode, Delikatessen und ein Kunstwettbewerb

Von Donnerstag, 22. bis Sonntag, 25. April, findet zum zweiten Mal im Park von Schloss Merode die „Frühlingspromenade” statt. Über 100 Aussteller präsentieren Mode, feine Stoffe, Delikatessen, Gartenaccessoires und Antiquitäten. Der Markt öffnet donnerstags von 14 bis 20 Uhr, freitags und samstags von 11 bis 20 Uhr sowie sonntags von 10 bis 19 Uhr.

Eine Tageskarte kostet zehn Euro. Der Erlös der Veranstaltung kommt Schloss Merode und seinem Förderverein zugute. Im Rahmen der Frühlingspromenade findet auch ein Kunstwettbewerb statt. Ausgewählte Künstler werden während der Veranstaltungen Bilder malen, die dann sowohl von einer Fachjury als auch vom Publikum bewertet werden.

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