„Respect 51“: Tanzen auf Augenhöhe im Dürener Südosten

Projekt im Dürener Südosten : „Respect 51“: Tanzen auf Augenhöhe

Respekt – was ist das eigentlich? Diese Thematik verarbeiteten die Teilnehmer des Tanzprojekts „Respect 51 – Düren Süd-Ost tanzt“ bei einer Aufführung in der Fabrik für Kultur und Stadtteil an der Nörvenicher Straße. Rund 70 Gäste wurden Zeuge einer ausdrucksstarken Mischung aus Modern Dance und Schauspiel, bei der Jung und Alt gemeinsam auf der Bühne standen.

Was bedeutet Respekt für mich? Mit dieser Frage beschäftigt man sich im Dürener Süden und Osten schon seit 2013. Umfragen unter Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen, darunter Politiker, zeigen, dass jeder eine eigene Definition des Wortes hat. Seit 2013 läuft die „Respekt“-Kampagne der Stadtteilvertretung Düren Süd-Ost, bei der sich alles um soziales Miteinander und Akzeptanz dreht. Fortgeführt wurde die Initiative nun mit Unterstützung der Stadt Düren sowie der SWD-Kulturstiftung auf kreative Art und Weise mit dem Tanzprojekt „Respect 51“.

Zehn Tage lang haben 22 Kinder, Jugendliche und Erwachsene aus Düren-Ost/Süd täglich geprobt, zur Seite standen ihnen dabei die professionellen Choreographen Dirk Kazmierczak und Ronja Nadler. Waren sie in den Proben noch in drei Gruppen unterteilt, so tanzten sie am Samstag auch gemeinsam. „In der Gruppe haben wir uns darauf geeinigt, dass Respekt für uns so etwas wie ‚Auf Augenhöhe’ bedeutet. Jeder hat seinen Platz. Dieses Gefühl wollten wir in unserem Tanz darstellen“, erzählte Dirk Kazmierczak, Tanzpädagoge und Tanztherapeut aus Bielefeld.

Zur Eröffnung präsentierten zwei Rapper aus dem Stadtteil ihren selbstgeschriebenen Song „Startschuss für 51“, mit dem sie das Publikum einstimmten und dafür auch reichlich Applaus erhielten.

Im Anschluss kamen die Tänzer auf die extragroße Bühne der Fabrik für Kultur und Stadtteil, die aus gegebenem Anlass erstmals auf eine Größe von sieben mal sieben Metern erweitert wurde. Zunächst zeigten die Kinder ihr Können: Synchrontanz, Breakdance und elegante Sprünge und Figuren – ihre unterhaltsame Vorstellung vereinte verschiedene Tanzstile und Musikrichtungen. Die Jugendlichen und Erwachsenen hingegen zeigten einen eher ballett-ähnliche Schautanz, bei dem auch schauspielerische Elemente und gesprochener Text mit einflossen.

Zum Ende hin traten alle Teilnehmer gemeinsam auf. Es gelang ihnen auf sehr eindrucksvolle Weise, das Thema Respekt in ihrer Aufführung zu transportieren. Zum einen durch den Tanz an sich, zum anderen durch das tolle Bild, das sich ergab: Menschen unterschiedlichen Alters, Herkunft und Geschlechts standen gemeinsam auf der Bühne, hatten Spaß zusammen und begegneten sich auf Augenhöhe. Stehende Ovationen von Seiten des Publikums waren das Resultat der intensiven und kurzweiligen Veranstaltung.

Ab dem 13. Mai wird in Düren weiter getanzt: „Tanzwärts“ heißt das Mitmach-Projekt von Düren Kultur, das ebenfalls unter der Leitung von Dirk Kazmierczak und Ronja Nadler steht. Interessierte können sich unter www.tanzwaerts-dueren.de informieren.

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