Eine Annakirmes mit kleinen Wermutstropfen: Regen und ein plötzliches Gerücht am Feuerwerksfreitag trüben die Bilanz

Eine Annakirmes mit kleinen Wermutstropfen : Regen und ein plötzliches Gerücht am Feuerwerksfreitag trüben die Bilanz

Am sonnigen Abschlusswochenende herrschte zeitweise zwar noch einmal drangvolle Enge auf dem Annakirmesplatz. Nach dem verregneten Auftakt und dem ins Wasser gefallenen Feuerwerksfreitag blieb die Besucherzahl während der neun Tage aber hinter den Erwartungen zurück.

„Enttäuschend“, fand nicht nur Gastronom Gerd Suhr, „beim Feuerwerk hatte ich 40 Prozent weniger als üblich in der Kasse“. Ob zwei Wochen nach der Festnahme islamistischer Gefährder in Düren auch die Angst eine Rolle spielte, ist dabei schwer zu beurteilen. Auf jeden Fall brodelte am Freitag plötzlich die Gerüchteküche, wie auch Dürens Schaustellerchef Bert Cremer feststellen musste – ohne dass es freilich irgendwelche Indizien oder gar Hinweise gegeben hätte, wie Platzmeister Achim Greiff versicherte.

Er spricht aus städtischer Sicht rückblickend sogar von einer sehr ruhigen Kirmes ohne besondere Vorkommnisse, von der einen oder anderen Rangelei, die auch schon mal einen Platzverweis zur Folge hatte, mal abgesehen. „Alles aber im normalen Rahmen“, versicherte er, ohne der polizeilichen Bilanz am Montag vorgreifen zu wollen.

Auslöser der wilden Spekulationen war offenbar eine etwas auffälligere Festnahme eines renitenten Besuchers am Riesenrad am Tag zuvor. Dass sich Falschmeldungen wie diese rasend schnell verbreiten, sei ein großes Problem, betonte Bert Cremer. Die Sozialen Netzwerke seien halt Fluch und Segen zugleich.

Platzmeister Achim Greiff spricht von einem ruhigen Kirmesverlauf. Foto: ZVA/Jörg Abels

„Es war sicherlich keine Rekordkirmes, aber wir sind zufrieden“, erklärte Dürens Schaustellerchef, wenngleich das Fazit je nach Branche und Fahrgeschäft auch etwas verhaltener ausfallen dürfte. „An den Tagen, an denen es nicht geregnet hat, war der Platz gewohnt voll.“ Man habe aber gemerkt, dass die Preisgestaltung ein großes Thema war, räumte Bert Cremer ein, „nicht nur bei den Besuchern, sondern auch unter uns Schaustellern“.

Mit Blick aufs kommende Jahr, für das eine Bierpreiserhöhung bereits im Raum steht, sei daher auch die Stadt gefordert, nicht mehr alle Kosten rund um das Volksfest auf die Schausteller umzulegen. „Die Annakirmes ist schließlich das Marketinginstrument, mit dem die Stadt auch überregional punkten kann, nicht das subventionierte Museum“, ist Cremer überzeugt. Das müsse bei den Standgeldern berücksichtigt werden. Nicht verhehlen will er dabei, dass es der eine oder andere seiner Kollegen in den vergangenen Jahren preislich auch übertrieben hat.

Das Feuerwerk war nicht überall auf dem Platz gleich gut zu sehen. Foto: Sabrina Kirschbaum

Für 2020 wünscht er sich zudem einen etwas sensibleren Umgang des Sicherheitsdienstes mit den Besuchern. „Wer auf die Kirmes kommt, hat das Recht, freundlich behandelt zu werden und sollte nicht gleich mit Hinweis auf die Verbote abgeschreckt werden.“

2020 könnte die Kirmes nach der plötzlichen Absage des Freifallturms in diesem Jahr wieder höher hinaus gehen. Das zumindest deutet ein zufriedener Steuerausschussvorsitzender Hubert Cremer (FDP) an. Dabei hat er unter anderem den neuen, 80 Meter hohen Kettenflieger „Aeronaut“ im Blick, der in diesen Tagen in Herne-Crange Premiere feiert. Zur Zukunft des zuletzt dreimal ausgebooteten und diesmal kurzfristig eingesprungenen „Octopussy“ wollte sich der Politiker indes nicht äußern, obwohl die Dürener dem beliebten Kirmesklassiker in den vergangenen Tagen die Tür eingerannt haben.

Zur Disposition hingegen stellt auch er das Festzelt, das von den Dürenern einfach nicht angenommen wird. Achim Greiff könnte sich mit Blick auf die städtischen Veranstaltungen vorstellen, auch mal ein kleineres Zelt unter Vertrag zu nehmen, das auch am Rurdammweg Platz finden würde. Das würde für den jetzigen Standort ganz neue Optionen eröffnen. Beispielsweise könnten die mobilen und wenig ansehnlichen Toiletten-Container dann auch zurückgesetzt werden und Platz für Verkaufsstände machen.

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