RC Merken verliert beim KSV Witten

RC Merken verliert beim KSV Witten : Aufgeheizte Atmosphäre und Aggression in der Luft

Wenn der KSV Witten und der RC CWS Düren-Merken aufeinander treffen, ist die Stimmung immer ganz besonders. Nicht anders war es am Samstag, als die Merkener beim KSV mit 8:24 unterlagen.

„Die Stimmung war stark aufgeheizt. Da lag schon Aggression in der Luft“, berichtete Merkens Athlet Kai Stein. Dies hatte mehrere Gründe.

Grundsätzlich ist es in der Ringer-Bundesliga ein NRW-Duell, in dem sich keiner der beiden Vereine traditionell eine Blöße geben will. Dann kam dazu, dass Wittens Ringer Nico Brunner im Hinkampf mit den Merkenern Zuschauern aneinandergeraten war. Die ließen ihn nämlich deutlich wissen, dass sie seine positive Dopingprobe aus dem Jahr 2016, die zunächst mit einer vierjährigen Sperre geahndet worden war, dann aber verkürzt wurde, nicht vergessen haben. Und Brunner hatte auch in Witten seine Nerven nicht im Griff, was natürlich die Stimmung in der Halle nicht gerade beruhigte.

Merkens Coach Daniel Anderson forderte im Kampf von Brunner gegen den Merkener Adam Varga eine Verwarnung für Passivität des Wittener Ringers. Eine nahezu alltägliche Situation im Kampfgeschehen. Der Wittener aber konnte sich nur schwer beruhigen lassen und ging auf Anderson los. Getoppt wurde dieses Verhalten dann noch von KSV-Athlet Perica Dimitrjevic, der nach einem Biss in den Unterarm seines Gegners Melvin Pelzer von der Matte flog.

Insgesamt hatten die Merkener Athleten aber nichts zu melden. Die Wittener, die noch die Chance haben, das Playoff-Viertelfinale zu erreichen, waren einfach zu stark. Bei RCM merkte man aber auch wieder die Verletzungssorgen. Zsombor Gulyas musste seinen Kampf wegen Kniebeschwerden aufgeben und Andreas Enns hatte sich in der Trainingswoche das Außenband im Fuß gerissen, so dass Merkens Trainer Anderson sich selbst aufstellen musste.

Einziger Lichtblick aktuell ist Merkens Zuschlag für die Deutschen Meisterschaften im griechisch-römischen Stil im Jahr 2020. Ein absolutes Highlight, wenn Athleten wie der amtierende dreifache Weltmeister Frank Stäbler an die Rur kommen. „Eine DM zu Hause und dann als Lokalmatador zu ringen, wäre der Hammer“, betonte Kai Stein, der wie Melvin Pelzer und Domenik Chelo das Fernziel hat, sich sportlich für die Titelkämpfe im Jahr 2020 zu qualifizieren.

(say)
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