Düren: Rallye, Radfahren und Karneval: Manfred Bolder regiert die Jecken in Kreuzau

Düren : Rallye, Radfahren und Karneval: Manfred Bolder regiert die Jecken in Kreuzau

Manfred Bolder ist begeisterter Radfahrer und regelmäßig als Sanitäter bei der „Tuareg-Rallye“ über 2400 Kilometer durch Marokko dabei. Und genau so erklären sich auch das Prinzenmotto „Rallye, Radeln, Karneval — laache dohn ich övvall“ und das Design des Prinzenwagens.

„Auf meinem Wagen steht eine Nachbildung des Stadttores der Wüstenstadt Rissani, es gibt fliegende Teppiche, einen Radfahrer und natürlich geht es auch um Karneval“, erzählt Bolder, der als Prinz Manfred III. die Jecken in Kreuzau regiert.

Die Kreuzauer KG „Ahle Schlupp“ um Präsident Peter Kaptain (kl. Foto, l.) und Prinz Manfred III. (Bolder, kl. Foto, vorne) freuen sich auf einen farbenprächtigen Rosenmontagszug wie im vergangenen Jahr. Foto: Sandra Kinkel

Die „Tuareg-Rallye“ durch die Sahara ist für Manfred Bolder eine Herzensangelegenheit. „Man ist mit einem Tross von rund 1000 Menschen aus der ganzen Welt unterwegs. Das ist unglaublich spannend. Und man lernt Land und Leute wirklich gut kennen. Nach zwei Wochen Rallye komme ich sehr geerdet wieder nach Hause zurück.“

Jetzt konzentriert Manfred Bolder sich auf seine vier letzten Tage als Karnevalsprinz. „Vieles ist bisher so, wie ich es mir vorgestellt habe. Unsere eigenen Sitzungen waren unglaublich toll, das Publikum war super.“ Manches, ergänzt der Narrenherrscher mit einem Augenzwinkern, sei ihm aber auch schwergefallen: „Ich bin es von meiner Arbeit gewohnt, die Fäden immer selbst in der Hand zu haben. Während meiner Zeit als Prinz haben meine Frau und meine Adjutanten mir sehr viel abgenommen. Das ist mir nicht immer leicht gefallen.“

Zehnjähriges Vereinsjubiläum

Mit dem Gedanken, einmal Karnevalsprinz in Kreuzau zu werden, spielt Manfred Bolder schon lange. Der 47-Jährige ist sei 29 Jahren Mitglied der Kreuzauer Karnevalsgesellschaft (KG) „Ahle Schlupp“ und wollte eigentlich zu seinem zehnjährigen Vereinsjubiläum Prinz werden. „Es hat dann doch etwas länger gedauert“, sagt der Rettungsassistent schmunzelnd, „aber es ist eine tolle Aufgabe.“ Seine KG, ergänzt Bolder, bedeute für ihn sehr viel: „Freunde, soziale Kontakte und in gewisser Hinsicht auch Erholung — ich wollte dem ‚Ahle Schlupp‘ einfach etwas zurückgeben. Als Prinz der Gesellschaft kann ich das.“ Prinz Manfred III. regiert übrigens mit seinem Sohn Alexander (12) — der ist amtierender Kinderprinz der Gesellschaft. Und um die närrische Familie komplett zu machen: Bolders 15-jährige Tochter tanzt in der Kreuzauer Garde, seine Ehefrau hat sich unter anderem sehr um die Gestaltung des Prinzenwagens gekümmert.

Rund 30 Auftritte absolviert Manfred Bolder in seiner Zeit als Karnevalsprinz — der „Ahle Schlupp“ hat sechs eigene Sitzungen, befreundete Gesellschaften in den Nachbarorten werden besucht, aber auch die Kindertagesstätten, Schulen und Senioreneinrichtungen im Ort. An Weiberfastnacht waren Prinz und Gefolge in der großen Flüchtlingsunterkunft in Gürzenich zu Gast. Dort arbeitet Bolder in der Sanitätsstation. „Natürlich habe ich auch erzählt, dass ich Karnevalsprinz bin. Aber es ist wirklich schwierig, einem Flüchtling zu vermitteln, was Karneval ist.“

Unterstützt wird Prinz Manfred III. von seinen Adjutanten Hans-Hubert Holzportz, Jochen Meyer, Dave Kaptain und Michael Valter. „Ich glaube, die häufigen Treffen mit den vier Jungs und überhaupt meinem ganzen Team werden mir nach der Session schon sehr fehlen“, sagt Bolder. „Die Prinzenzeit ist unglaublich schnell verflogen. Das habe ich auch bei meinen Terminen bedauert: Ich hatte einfach zu wenig Zeit.“

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